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Neubau nur wenig teurer als eine fragwürdige Sanierung

Düsseldorfer Architekten legen Entwurf für Grebbener Grundschule vor, der vielleicht ein schon lange bestehendes Problem lösen könnte

Heinsberg Mittlerweile haben die Gutachten, die zur Zukunft der Grundschule in Grebben erstellt wurden, schon 75.000 Euro an Kosten für die Stadt Heinsberg verschlungen. Eine wirkliche Lösung des Problems zu dem schon seit Jahren mit Grundwasser kämpfenden Gebäude kam dabei bislang jedoch noch nicht heraus. Alles rankte sich um die Frage, ob eine Sanierung der betagten Schule möglich und sinnvoll ist, oder ob vielleicht ein Neubau die bessere Alternative sei. Auch eine Erweiterung oder ein Umzug in die Don-Bosco-Schule wurden diskutiert. Bei einem Neubauszenario, so hieß es seinerzeit, lägen die „grob geschätzten Kosten“ für den Abbruch der Bestandsgebäude und den Neubau einer Schule mit zwölf Klassen bei etwa 9.630.000 Euro. Jetzt allerdings, so legt ein alternativer Entwurf der Düsseldorfer Architekten Rehberg und Milesevic nahe, scheint auch eine weit günstigere Lösung denkbar.

Eine Sanierung des alten Schulgebäudes oder eine Erweiterung kommen aus Sicht von Dirk Rehberg nicht in Frage. Daraus machte er bei der Vorstellung der Planungen im Rat keinen Hehl. „Wasser im Keller ist schon eine Katastrophe an sich“, meinte er. Und die Gutachten belegten, „dass eine Sanierung technisch machbar wäre, aber wirtschaftlich nicht sinnvoll ist“. Bislang sei zudem nicht berücksichtigt worden, dass eine Fortführung des Unterrichtes während der Sanierung im Gebäude nicht möglich sei. Es müssten provisorische, temporäre Ersatzräume, so genannte Modulklassen, gebildet werden. Den modernen Anforderungen an eine Beschulung werde das Gebäude aber auch nach einer Sanierung nicht wirklich gerecht. „Und das Lernverhalten kann durch richtige Gegebenheiten bis zu 16 Prozent verbessert werden, was natürlich in einem Neubau berücksichtigt werden könnte“, meinte er. Zudem würden die langen Flure mit den abgehenden Klassen auch Brandschutzfragen aufwerfen. All dies seien Kostenfallen. Außerdem wisse niemand genau, was noch so an verbauten Altmaterialien entdeckt würden, die zu beseitigen seien. Rehbergs Kostenschätzung für eine in seinen Augen fragwürdige Sanierung belief sich demnach auf rund 4 Millionen Euro.

Da nahmen sich die etwa 5,1 Millionen Euro, die er für einen Neubau ansetzte, vergleichsweise gering aus. Wobei es sich hier allerdings um einen Ausbau mit nur acht Klassen handelt. Diese würden in vier zusammenhängend konstruierten, quadratischen Einheiten über zwei Etagen ihren Platz finden. Dazu ist ein größeres, rechteckiges Gebäude vorgesehen, in dem im Untergeschoss unter anderem Mensa, Küche, Technikräume und Toilettenanlagen untergebracht sind. Im Obergeschoss wäre genügend Platz für Sekretariat, Lehrerzimmer, Rektorat, OGS-Räume und weitere Toiletten. Dieses Gebäude und der Klassentrakt sind mit einem geräumigen Foyer verbunden, das auch als Aula genutzt werden soll.

Auch der Ort des Neubaus stünde schon fest. Er läge, von der Karl-Arnold-Straße aus gesehen, links neben der modernen Sporthalle. Eine Unbekannte stand allerdings auch nach der Präsentation noch im Raum. Denn was der Abriss der alten Grebbener Grundschule kosten würde, konnte noch niemand beziffern. Jetzt werden die Ratsmitglieder sich erneut Gedanken machen müssen.

30.06.2020 / Heinsberger Zeitung / Seite 11 / HEINSBERG ERKELENZ