Lesen. Suchen. Sammeln

Großes Kulturfest im Herzen der Stadt

Kulturzentrum Frankental und Helene-Weber-Haus feiern ihre Jubiläen gemeinsam mit einem bunten Trubel

Stolberg Das war nicht ein Fest – das waren viele in einem. Und das nicht nur, weil sich hier zwei zusammengetan hatten: Auf dem Kaplan-Joseph-Dunkel-Platz in Stolberg-Mühle feierten am Samstag Kulturzentrum Frankentalstraße und die Bildungsstätte Helene-Weber-Haus ihre Jubiläen gemeinsam mit einem bunten Trubel. 30 wurde das Zentrum, 50 gar das Weber-Haus.

Da gab es viel zu sehen und zu staunen. Den Vogel schossen dabei die 50-Jährigen ab, die mit ihrem ziemlich kompletten Team von der Ecke Oststraße/Birkengang zum Platz hinter dem Kulturzentrum gekommen waren – und das im Übrigen nicht nur, weil ihr Zumba-Kurs unter freiem Himmel einen ziemlich fulminanten Auftritt hinlegte. An einem Tisch mit mehreren Nähmaschinen und geballter Frauenpower präsentierten die Kolleginnen von Leiterin Astrid Natus-Can eine schon extrem pfiffige Idee: Aus den Hosenbeinen von abgetragenen Jeans wurden schließlich textile Pflanzgefäße. Um diese ungewöhnlichen Gärtnerutensilien mit neuem Leben zu erfüllen, gab es die dazu nötigen Utensilien gleich auch am Stand.

Doch das Weber-Team an seinem breiten Stand vor dem Josefshaus hatte sich noch mehr, sehr viel mehr einfallen lassen. Eine Müsli-Bar zum Beispiel, an der sich vor allem jüngere Besucher aus einem breiten Spektrum von Trockenfrüchten und Getreideflocken ihren eigenen Mix zusammenstellen und in Mini-Einmachgläsern auch gleich mitnehmen konnten.

Oder einen Bobby-Car-Fahrkurs mit Tunneln und anderen Schikanen – ein Bildungsangebot besonderer Art für Kinder wie für ihre Väter und Mütter. Aber die Chefin und ihre Mitstreiterinnen können nicht nur Bildung: Das Café mit einem breiten Angebot an selbst gebackenem Kuchen zog gleichfalls das Interesse vieler Festgäste auf sich.

Dass Bild und Bildung viel mit einander zu tun haben, wurde im Inneren des Kulturzentrums deutlich: Die Ausstellung „denk. mal. Stolberg“ zeigt anhand der Aufnahmen von Fotografen aus der Region (genauer: aus Stolberg, Aachen und Eupen nebst umliegenden Gemeinden) einen sehr künstlerischen Blick auf die Kupferstadt und ihre vielen Facetten.

Das Malerische der Altstadt

Dabei findet sich das Malerische der Altstadt ebernso wieder wie das Verwaltungshochhaus am Kaiserplatz. Der Blick des Fotografen kommt aus der Untersicht. Und so steigt auch der Blick des Betrachters immer mehr die Stockwerke empor, bis er schließlich beim Spiel der faserigen Wolken am Himmel hängen bleibt.

Stolbergs frisch gewählter Bürgermeister Patrick Haas ließ es sich nicht nehmen, die Präsentation zu eröffnen, die in in den kommenden vier Wochen noch auf Ober- und Untergeschoss der Bücherei verteilt zu deren Öffnungszeiten zu sehen sein wird. Ausstellungsorganisator Hans-Dieter Beims, von Beruf Professor für Informatik an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach, erläuterte in seiner kurzen Begrüßungsrede das Konzept der Ausstellung und den Hintergrund derer, die dabei mitgemacht haben.

Vor allem gilt eines: „Wir sind kein Verein.“ Will sagen: Die Teilnehmer sind keine fest gefügte Gruppe. Von Stolberg zeigte sich Beims sehr angetan: „Man kann sehr viele Dinge in unmittelbarer Nähe entdecken.“ Sprach‘s und zählte wie zum Beleg unter anderem den Kupfermeisterfriedhof an der Finkenbergkirche auf.

Der Bürgermeister seinerseits warf naturgemäß den Blick auf politische

Prozesse. Sen Versprechen: „Wir wollen das Kulturzentrum stärker ins Viertel einbinden.“ Von der Foto-Präsentation sehr angetan, lud Haas zudem die Zuhörer und andere mögliche Interessenten dazu ein, in dieser Schau „Stolberg neu sehen zu lernen“.

Sehr profiliert zeigte sich beim Fest auch die Volkshochschule. Sie stellte mit Stefan Babic nicht nur den Moderator und Koordinator, sondern präsentierte mit den Aktiven der Demokratie-Werkstatt auch die Impulse, die aus ihren Reihen im Gemeinwesen, in dem ihre Arbeit stattfindet, wirksam werden.

02.07.2019 / Stolberger Zeitung / Seite 17 / LOKALES