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Der Arnoldsweilerweg wird Sackgasse

In Kürze beginnt der Bau zweier Brücken der Ostumgehung über die Rurtalbahn. Diskussion über Rad- und Fußweg.

Düren Die gute Nachricht für Autofahrer: Seit Mittwoch ist der Arnoldsweilerweg wieder freigegeben, der Abriss der Eisenbahnbrücke der früheren Verbindung Distelrath-Schneidhausen ist abgeschlossen. Aber voraussichtlich schon in zwei Wochen (ab 8. Juli) müssen sich Pendler zwischen Arnoldsweiler und Düren erneut umstellen. Mit Beginn der Arbeiten am letzten Bauabschnitt der Ostumgehung (B 56n) wird der Arnoldsweilerweg endgültig gesperrt.

Und dann steht auch die bisherige Ersatzbrücke über die Rurtalbahnstrecke am Heerweg, die gerne als Abkürzung aus und in Richtung Norddüren genutzt wird, nicht mehr zur Verfügung. Sie muss abgebrochen werden, um Platz zu schaffen für den Brückenneubau, erklärt der zuständige Projektleiter von Straßen.NRW, Arnd Meyer. Denn nicht nur für die B 56n wird eine neue Brücke über die Rurtalbahn gebaut, sondern auch für die Anbindung von Arnoldsweilerweg/Heerweg an die Stadt. Geplante Bauzeit für die beiden Bauwerke: ein knappes Jahr.

Anders als bei den Brücken über die Strecke Köln-Aachen müssen keine fixen Termine eingehalten werden. Fest vereinbarte Sperrpausen für den Bahnbetrieb, in denen Brückenelemente über die Gleise geschoben werden können, gibt es nicht. „Die Brücke wird aus einzelnen Fertigelementen errichtet, die immer nachts auf die seitlichen Widerlager gelegt werden, wenn die Rurtalbahn nicht fährt“, erklärt Meyer. Auf die Fertigelemente kommt zwar später noch eine Betonschicht, für die wird aber weder ein Gerüst noch eine Schalung erforderlich sein, so dass der Bahnbetrieb nicht gestört wird.

Wenn der Brückenbau Mitte 2020 abgeschlossen ist, beginnen die Arbeiten an der künftigen Großkreuzung B56 alt/B56 neu/Heerweg, die auf den Ästen der Bundesstraße bis zu sieben Fahrspuren haben wird. Weil die neue Kreuzung weitgehend neben der bestehenden B56 entsteht, kann dabei auf eine Vollsperrung der Hauptzufahrtsstraße verzichtet werden. „Es werden immer zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen“, betont Meyer, eine stadteinwärts, eine stadtauswärts. Mit der Fertigstellung rechnet der Projektleiter weiterhin für Ende 2020. Eine Verzögerung zeichne sich nicht ab. Zwischen Kölner Landstraße und Arnoldsweilerweg ist die Fahrbahn bereits nahezu komplett fertig. Es fehlt lediglich noch die Asphaltschicht, die nach den Sommerferien aufgetragen wird.

Der Arnoldsweilerweg wird mit dem Bau der Ostumgehung in beiden Richtungen zur Sackgasse. Nur Radfahrer und Fußgänger können ihn unterhalb der künftigen Brücke weiter passieren, brauchen in Zukunft nicht die Großkreuzung zu überqueren. Von einem Tunnel, wie „Pro Rad“ kritisiert hatte (siehe Info) könne jedoch überhaupt keine Rede sein, betont Meyer. Der 35 Meter lange und 3,10 Meter breite Weg unter der Brücke sei mit einem Geländer zur Rurtalbahn hin offen und werde zudem beleuchtet – genau so, wie im Planfeststellungsbeschluss im September 2010 nach einem vierjährigen Verfahren unter Beteiligung der Träger öffentlicher Belange beschrieben. Nachträgliche Änderungen seien jetzt nicht mehr möglich, dafür müsste das Planfeststellungsverfahren wieder aufgerollt werden. „Wenn ich vom genehmigten Plan abweiche, würde mir der Bund als Finanzier auf die Finger klopfen“, stellt Meyer fest.

Die Kosten der Gesamtmaßnahme liegen im Übrigen mittlerweile jenseits der 40-Millionen-Euro Marke, Meyer begründet das aber mit der üblichen Baukostensteigerung seit dem Spatenstich Ende 2013. Seinerzeit war von 39 Millionen Euro die Rede, inklusive Grunderwerb.

AG „Pro Rad“ spricht von Fehlplanung

Heftige Kritik am „Tunnel“
für Radler und Fußgänger

Die AG „Pro Rad“ übt heftige Kritik am „Tunnel“ unterhalb der Ostumgehung, der die beiden Sackgassen des Arnoldsweilerwegs zumindest für Radfahrer und Fußgänger durchgängig machen soll. Mit 3,10 Meter inklusive Puffer zur Wand sei der Weg viel zu schmal konzipiert. Weil einfahrende Radfahrer aufgrund des geplanten Gefälles in den ohnehin nur 2,50 Meter breiten Zufahrten beschleunigen werden, sei ein separater Fußweg unabdingbar, betont „Pro Rad“.

Zudem kritisiert die AG, dass die Zufahrten in den Tunnel als Bogen angelegt werden sollen. Damit würden Zusammenstöße noch wahrscheinlicher.

Darüber hinaus sei der Aspekt der sozialen Unsicherheit bei einem so engen Tunnel nicht zu vernachlässigen.

27.06.2019 / Dürener Nachrichten / Seite 13 / DÜREN