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Mehr Komfort auch auf der Nordstrecke

Ab Juli setzt die Rurtalbahn zwischen Düren und Jülich/Linnich neue Fahrzeuge vom Typ Lint 54 mit Klimaanlage und WC ein

Kreis Düren. Von schweißtreibenden Temperaturen ist in diesen Tagen zwar noch nichts zu spüren. Aber selbst wenn das Thermometer in den kommenden Monaten (hoffentlich) das eine oder andere Mal über die 30-Grad-Marke steigen sollte, wird eine Zugfahrt auf der Rurtalbahnstrecke zwischen Düren und Jülich/Linnich keine heiße Angelegenheit mehr. Ab dem 1. Juli setzt die Rurtalbahn auch auf der Nordstrecke moderne Fahrzeuge mit Klimaanlage und Toilette ein. Für zwölf Millionen Euro hat das Unternehmen, das die Strecke Düren-Jülich/Linnich (RB 21) bis zunächst Dezember 2020 betreiben wird, drei Dieseltriebwagen vom Typ Lint 54 des Herstellers Alstom aus Salzgitter gekauft.

Ära der Regio Sprinter endet

„Die neuen Fahrzeuge werden in Stoßzeiten, morgens und am Wochenende auch auf der Strecke Düren-Heimbach eingesetzt“, erklärt Rurtalbahn-Geschäftsführer Sebastian Nießen, „in erster Linie aber auf dem Nordast, ergänzt um Fahrzeuge des Typs Regio Shuttle.“ Damit geht die Ära der Regio Sprinter im täglichen Einsatz zu Ende. „Wir werden einige Fahrzeuge aber noch als Reserve und zur Durchführung anderer Verkehrsleistungen behalten“, kündigt Nießen an.

Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) sprach am Montag bei der offiziellen Vorstellung der neuen Fahrzeuge in seiner Funktion als Aufsichtsratvorsitzender der Rurtalbahn vom „Eintritt in eine neue Ära“ auf der Nordkreis-Strecke und einer deutlichen Qualitätsverbesserung für die Fahrgäste. Diese finden in den 54 Meter langen Doppel-Triebwagen – einige Bahnsteige müssen in den kommenden Wochen noch verlängert werden – nicht nur 160 Sitz- und 170 Stehplätze, sondern auch ausreichend Stauraum für Gepäck und Fahrräder für den Tagesausflug sowie Steckdosen.

Dass die neuen Züge barrierefrei sind, gehört zum Standard. Für Fahrgäste, die in ihrer Mobilität beschränkt sind, stehen ausreichend Sitzplätze zur Verfügung, auch das großzügige WC ist so gestaltet, dass es auch von Rollstuhlfahrern problemlos genutzt werden kann. Der Einstieg erfolgt wie bisher über eine entsprechende Rampe.

Ziel: noch mehr Fahrgäste

Spelthahn ist überzeugt, dass die Erfolgsgeschichte der Rurtalbahn mit den neuen Fahrzeugen fortgeschrieben und die Zahl der Fahrgäste weiter steigen wird. Aktuell sind es täglich mehr als 8000 – kein Vergleich zur Zeit vor 1993, als die Deutsche Bahn täglich nicht mal mehr auf 800 Fahrgäste gekommen ist und sich von den Strecken im Kreis Düren getrennt hat.

Im Linienverkehr werden die neuen Züge, wie mit dem Nahverkehr Rheinland bei der Unterzeichnung des Konzessionsvertrags vereinbart, zwar erst ab dem 1. Juli zum Einsatz kommen, vereinzelt werden sie aber schon ab Mai auf den Strecken zu sehen sein. Derzeit werden die Fahrer und das Instandsetzungspersonal in der Betriebswerkstatt der Rurtalbahn mit dem neuen Modell vertraut gemacht.

25.04.2017 / Dürener Zeitung / Seite 13 / Lokales Düren