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Die Rurstadt ist wie Amsterdam in den 70ern...

... zumindest was die Radinfrastruktur angeht. Diese Meinung äußerte ein niederländischer Experte beim „Forum Politik“.

Düren „In einem Buch über die Fahrradgeschichte von Amsterdam habe ich Bilder aus den 70er Jahren gesehen – das sah so aus wie Düren jetzt.“ Als am Montagabend der Radverkehrsexperte Sjors van Duren aus Nimwegen im Haus der Evangelischen Gemeinde diesen Satz sprach, konnten die meisten der knapp 80 Gäste im Publikum nur müde lachen. Sie alle waren gekommen, um am „Forum Politik“ teilzunehmen. Das Thema: „Aufbruch Fahrrad in Düren – Die Rolle des Radverkehrs in der kommunalen Verkehrswende.“

Zu dem informativen Abend, den sowohl die Gäste auf dem Podium als auch das Publikum für einen angeregten und konstruktiven Austausch nutzten, hatten die Bürgerinitiative ProRad Düren und das „Forum Politik“ eingeladen.

Einen fachlichen Input bot zu Beginn Thorsten Koska vom Wuppertal Institut, das sich mit angewandter Nachhaltigkeitsforschung beschäftigt. Auf dieser Basis leitete Moderator Sascha Kuhlmann in eine erste Gesprächsrunde mit den Gästen auf dem Podium. Neben Thorsten Koska und Sjors van Duren nahmen dort die Lokalpolitiker Verena Schloemer (Bündnis 90/Die Grünen), Dagmar Nietan (SPD) und Hermann Josef Geuenich (CDU) sowie Rob Maris von ProRad Düren Platz. Schnell entspann sich zwischen ihnen und dem Publikum eine Diskussion, die im Laufe des Gesprächs immer konkreter auf die Gegebenheiten in der Rurstadt einging.

Den Wortbeiträgen aus dem Publikum war dabei deutlich anzumerken, dass das Thema Radverkehr die Anwesenden nicht nur bewegt, sondern auch aufregt. Frust über die Radinfrastruktur und Unverständnis für zu wenige oder falsche Maßnahmen von Seiten der Verantwortlichen wurden deutlich. Auch die Politiker sprachen sich für einen besseren und vor allem sichereren Radverkehr aus.

Konkret wurde es in einem zweiten Vortrag, in dem Rob Maris spezielle Verbesserungen für die Radinfrastruktur in Düren vorstellte, die ProRad erarbeitet hatte oder die von Bürgern an die Gruppe herangetragen worden waren.

Engagement wie dieses meinte Experte van Duren, als er in die Runde sagte: „Ich ermutige Sie, die nächsten Jahrzehnte aktiv zu bleiben, um die Politik aktiv zu halten.“ Denn – so merkte Verena Schloemer mit Verweis auf den Amsterdam-Vergleich an: „Ich denke nicht, dass wir 40 Jahre Zeit haben.“ (asc)

02.10.2019 / Dürener Zeitung / Seite 13 / DÜREN