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Tannenzapfen-Zielwurf und Hörtrichter

Walderlebnisparcours: Im Perlenbachtal sollen Besucher nicht nur zur Narzissenblüte für die Natur sensibilisiert werden.

Monschau. Die alljährliche Narzissenblüte wird natürlich nicht zu toppen sein. Aber auch außerhalb dieser außergewöhnlich besucherstarken Zeit mit bis zu 20 000 Naturfreunden soll das Naturschutzgebiet Perlenbachtal dank seiner hohen Anziehungskraft künftig ein ganzjähriges Naturerlebnis bieten. Zwischen Höfener Mühle und Gut Heistert (an der sogenannten „Kölschkier“) entsteht gerade ein Walderlebnisparcours, der auch außerhalb der sechswöchigen hektischen Phase der Narzissenblüte den Besuchern ein ganzjähriges Erlebnis in intakter Natur bieten soll.

Die Initiative für den Walderlebnisparcours geht von der Zukunftswerkstatt Kalterherberg aus, die das Projekt auch als Förderprojekt bei der Leader-Region angemeldet hat. Wie kürzlich in der Sitzung des Monschauer Wirtschaftsausschusses mitgeteilt wurde, hat die Leaderregion die Finanzierung zu wesentlichen Teilen übernommen.

Ein Walderlebnisparcours, so sieht man es bei der Stadt Monschau, würde die Region Monschau/Eifel deutlich aufwerten.

Der Erlebnisparcours versteht sich als informativ und spielerisch gestalteter Waldspielplatz, der insbesondere Kinder und Familien durch Schautafeln und Sinneselemente mit Flora und Fauna vertraut machen soll.

Doch nicht nur Schutzhütte und Infotafeln sind geplant, sondern eine Vielzahl fantasiereicher Angebote von Klanghölzern über Kletternetze bis hin zu Baumstammwippe, Hörtrichtern, Balancier-Parcours und Tannenzapfen-Weitwurf. Dies alles ist gekoppelt an einen pädagogischen Nebeneffekt, so dass auch Grundschulen und Kindergärten im Perlenbachtal bald der Natur ganz nahe sein können. Der Walderlebnisparcours hat durchaus Modellcharakter, selbst wenn hier Elemente wiederkehren wie man sie zum Beispiel vom „Wilden Weg“ des Nationalparks Eifel im Kermeter kennt.

Ein auf Naturerleben spezialisiertes Planungsbüro soll die Konzeption vor Ort umsetzen. Die Zukunftswerkstatt Kalterherberg hat sich bereiterklärt, mit Unterstützung der Stadt Monschau die Pflege und Instandhaltung der Anlage zu übernehmen.

Es handelt sich um ein ganzheitliches Konzept, denn neben der Sinneswahrnehmung sind auch körperliche Anstrengung und motorische Fähigkeiten gefragt. Dennoch legt man seitens der Stadt Wert auf die Feststellung, dass es sich „nicht um einen Abenteuerspielplatz, sondern um einen Lernort Natur“ handele.

Der Waldparcours soll auf einer Fläche von rund 400 Quadratmetern im Bereich eines Fichten-Altwaldes entstehen und an das Wanderwegenetz angeschlossen sein. Dass die vorhandene Natur schonend eingebunden wird, versteht sich bei diesem Projekt von selbst.

Mit den ersten Arbeiten wurde bereits begonnen. Zwei große Hörtrichter, die die Geräusche des Waldes verstärken und in Kooperation mit dem Naturpark Nordeifel errichtet wurden, kann man bereits ausprobieren. Spätestens im Frühjahr 2017 sollen die Arbeiten fertiggestellt sein. Kalkuliert sind Gesamtkosten in Höhe von 23 000 Euro. Gut 15 000 Euro davon übernimmt die Leader-Förderung, 5500 Euro die Stadt Monschau und 2700 Euro die Zukunftswerkstatt Kalterherberg dank Spenden, Sponsoring und freiwilliger Helfer. (P. St.)

Mehr Service für Touristen im Perlenbachtal

Viel tut sich derzeit im Perlenbachtal und im Fuhrtsbachtal. Nicht nur die Zukunftswerkstatt Kalterherberg ist hier mit der Errichtung eines Walderlebnisparcours aktiv, auch der Naturpark Nordeifel hat investiert und das Förderprojekt „Narzissen grenzenlos“ abgeschlossen.

Auf 280 Hektar Fläche blühen im Frühjahr die wilden Narzissen, aber mancher Besucher hatte in der Vergangenheit dennoch so seine Schwierigkeiten, auf dem kürzesten Wege zum Naturschauspiel zu gelangen.

Also entschloss sich jetzt der Naturpark, die „touristische Inwertsetzung“ anzupacken. Besucherinformation und Besucherlenkung wurden verbessert, die Hinweisbeschilderung zu den Parkplätzen ausgebaut. Unterstände für Wanderer wurden errichtet und erneuert, wobei diese an die Gestaltung im Nationalpark Eifel angelehnt wurden. Neue Wandertafeln wurden aufgestellt und eine Reihe von Wanderrouten neu markiert. Im Laufe des Jahres soll noch am oberen Steg im Perlenbachtal ein Wanderunterstand errichtet werden.

Knapp 32 000 Euro kosteten die Maßnahmen. Der Naturpark Nordeifel übernahm 70 Prozent der Kosten, die Stadt Monschau etwa 8000 Euro, und mit 5600 Euro beteiligte sich die Städteregion Aachen.

„Es handelt sich nicht um einen Abenteuerspielplatz, sondern um einen Lernort Natur.“

Die Stadt Monschau zum
Walderlebnisparcours

18.05.2016 / Eifeler Zeitung / Seite 15 / Lokales Eifel