Lesen. Suchen. Sammeln

Bei Herzstillstand Leben retten

Projekt „Laienreanimation an Schulen“ bietet Erste-Hilfe-Übungen in Echtzeit

Herzogenrath. Die Gesamtschule Kohlscheid bot erstmalig ein Reanimationstraining für Schüler der Jahrgänge 7 bis 10 an. Das Training wurde im Rahmen des zum 1. August 2017 vom Ministerium für Schule und Weiterbildung initiierten Projektes „Laienreanimation an Schulen in NRW“ vorgenommen.

Ziel ist es, möglichst viele an Schule beteiligte Personen, besonders Schüler, aber auch Lehr- und Fachkräfte sowie Eltern mit Wiederbelebungsmaßnahmen vertraut zu machen sowie für die regelmäßige Durchführung dieser zu gewinnen, um die Laienreanimationsrate in Deutschland zu erhöhen. Von medizinischer Seite wird das Projekt durch die Klinik für Anästhesiologie der Uniklinik Aachen begleitet.

Hauptziele des Projektes sind, die Aufmerksamkeit für das Problem „Herzstillstand“ zu erhöhen und möglichst viele Laien in Basismaßnahmen der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu schulen. Langfristig soll dadurch die Überlebensrate erhöht werden. Die Relevanz der Thematik zeigt sich darin, dass jährlich in Deutschland rund 100 000 Menschen präklinisch einen Herzstillstand erleiden. Weniger als 20 Prozent der Patienten überleben. Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass nur in rund 20 bis 30 Prozent der Fälle vor Eintreffen des Rettungsdienstes mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird – überlebenswichtige Zeit, die verschenkt wird. So wie der Herzstillstand jeden (alt und jung) treffen kann, so kann auch jeder Leben retten.

44 Trainingspuppen

Das theoretische und praktische Training wurde von einer Notärztin für bis zu 88 Schüler parallel an 44 Reanimationspuppen durchgeführt und dauerte pro Trainingsgruppe eine Schulstunde. Das Projekt wird aus Eigenmitteln der Klinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikums Aachen finanziert und ist dadurch kostenlos.

Nach einer 20-minütigen Einführung trainierten die Schüler in Zweiergruppen ausschließlich die Herzdruckmassage und erhielten Feedback durch die Notärzte sowie Medizinstudenten.

Am Ende der Stunde erfolgte eine achtminütige Reanimationsübung in Echtzeit zu Musik im Takt der Wiederbelebung, um die Dauer vom Notruf bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu demonstrieren.

Die Rückmeldungen der Schüler waren durchweg positiv. Trotz der Anstrengung empfanden sie die Anleitung als sehr hilfreich. Soziale Verantwortung zu übernehmen und sich nicht immer darauf zu verlassen, dass der andere hilft, ist ein weiterer positiver Effekt der Übung.

12.05.2018 / Aachener Zeitung - Nordkreis / Seite 15 / Lokales