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Freundschaft zu Frankreich feiern

Anlässlich der Unterzeichnung des Aachener Vertrages lädt die Stadt heute zu ungezwungenem Austausch ein

Stolberg Wenn heute in Aachen das große Treffen von Angela Merkel und Emmanuel Macron stattfindet, feiert auch die Stadt Stolberg die Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages mit einem Empfang. Als europaaktive Kommune lädt sie Bürger und Interessierte ins alte Rathaus ein, um die deutsch-französische Freundschaft im ungezwungenen Rahmen zu zelebrieren.

„Wir haben diesen Empfang bewusst als Gegenentwurf zum großen Pomp in Aachen gestaltet“, erklärt Robert Walz, Pressesprecher der Stadt Stolberg. Jeder habe Gelegenheit, an diesem Abend teilzunehmen und sich in ungezwungener Atmosphäre über Frankreich und Europa auszutauschen. „Das Fundament ist, dass Europa hier im Kleinen stattfindet“, betont Walz.

Dazu haben sich auch die Partnerschaftskomitees der beiden französischen Partnerstädte Faches-Thumesnil und Valognes etwas einfallen lassen. Große Reden werden allerdings nicht geschwungen, vielmehr steht das Gespräch mit den Besuchern im Vordergrund. „In kleinem Rahmen kann man sich so unterhalten und neue Kontakte knüpfen“, erklärt Walz. Die Besucher erwarten französische Musik und kulinarische Spezialitäten. Man habe sich jedoch gegen Live-Musik entschieden, um der Veranstaltung nicht den typischen Frontal-Charakter zu verleihen. Für das leibliche Wohl sorgt die „Bodega“, die vom Franzosen Alexandre Moreau betrieben wird. „Sie ist das greifbarste Stück Frankreich in Stolberg“, freut sich Walz.

 

Europäischen Gedanken leben

 

Abgesehen davon werden auch die Partnerschaftskomitees im alten Rathaus vertreten sein. „Es werden fast alle von uns kommen, außerdem sind auch Abordnungen unserer Unterstützer vor Ort“, berichtet Gisela Kopp, Vorsitzende des Komitees Faches-Thumesnil. Dazu zählen die Mönsterböscher Jonge sowie die Gaststätte „Prosecco zur Tenne“. „Es war alles sehr kurzfristig und für uns auch ganz überraschend, wir sind immer bereit“, erklärt Kopp. Erst Mitte vergangener Woche habe Robert Walz sie über die Pläne des Empfangs informiert.

Besonders Menschen, die bisher noch nicht mit den Partnerschaften in Berührung gekommen sind, wolle sie erreichen. Die Bedeutung von Europa werde gerade vielen jungen Leuten bewusst, wenn sie ohne Probleme und Kontrollen durch verschiedene Länder reisen können. „Das ist das Wunderbare an Europa und wir wollen da keine Rückschritte machen“, sagt sie.

Diese Meinung vertritt auch Stefan Schmitz, Vorsitzender des Komitees Valognes. „Die Veranstaltung ist eine sehr gute Sache, denn sie ist für die gedacht, die sich vor Ort engagieren“, sagt er. In Aachen habe man als Stolberger Komitee keine Chance gehabt, an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Ins alte Rathaus bringen die Mitglieder des Vereins Broschüren und Infomaterial mit, damit die Besucher sich über die Stadt erkundigen können. „Das Material kam gerade noch rechtzeitig an, aber durch unseren sehr engen Kontakt mit den Verantwortlichen vor Ort hat das auch so kurzfristig geklappt“, freut sich Schmitz.

Besonders im Fokus steht am Dienstag wohl die Fahrt des Komitees nach Valognes. Vom 20. bis zum 23. Juni geht es für das lange Wochenende über Fronleichnam in die in die Stadt „am letzten Zipfel der Normandie“, wie Schmitz erklärt. Dort wird dann eine Feier anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung Valognes abgehalten. „Das ist für die Allgemeinheit wirklich etwas Besonderes, dass wir dazu eingeladen sind“, betont Schmitz.

Robert Walz lobt die Verbundenheit zu den französischen Städten als „zwei wirklich sehr gesunde Partnerschaften“. Es sei gut und wichtig, dass Deutschland und Frankreich mit dem Aachener Vertrag ein klares Zeichen in diesen aufgeregten Zeiten setzen. Aber: „Es ist nicht damit getan, sich zu treffen und einen Vertrag zu unterzeichnen. Diese Freundschaft muss auch gelebt werden.“

Das passiere eben in kleinen Orten wie Stolberg, die dokumentieren, dass viele Bürger ein tiefes Bedürfnis haben, dieses Anliegen zu unterstützen. Er hofft, dass ein Zeichen von Stolberg ausgeht, „dass Europa noch auf große Resonanz trifft“.

Info

Der Empfang im alten Rathaus ist für alle offen

Heute ab 19 Uhr lädt die Stadt Stolberg zu einem ungezwungenen Treffen ins Foyer des alten Rathauses ein. Anlass ist die Unterzeichnung des Aachener Vertrages von Angela Merkel und Emmanuel Macron. Bei französischer Musik und kulinarischen Spezialitäten können sich die Besucher über Frankreich und Europa austauschen.

 

Nicht nur die Partnerschaftskomitees sind vor Ort, auch das Stadtarchiv steht für Fragen zur Verfügung. Die stellvertretende Bürgermeisterin Karina Wahlen und der Erste Beigeordnete Robert Voigtsberger werden einige Grußworte an die Besucher richten, sonst steht die Veranstaltung ganz im Zeichen des ungezwungenen Austausches.

22.01.2019 / Stolberger Nachrichten / Seite 13 / STOLBERG