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Aukloster vor Spekulanten schützen

Stadt Monschau möchte von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen. Neue GmbH aus Monschau will ins Geschäft.

Monschau. Das Aukloster in Monschau ist für das gesellschaftliche und kulturelle Leben in der Altstadt von zentraler Bedeutung. Dass im Untergeschoss auch in Zukunft Konzerte und Ausstellungen ungehindert stattfinden können, ist aus Sicht der Stadt Monschau keineswegs sicher, da ein Eigentümerwechsel ansteht.

Um diese „Anker-Immobilie“ (Bürgermeisterin Margareta Ritter) für die öffentliche Nutzung zu erhalten, möchte die Stadt von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen. Die neue Situation war am Dienstagabend auch Thema der öffentlichen Sitzung des Stadtrates, der dem Transfer positiv gegenüberstand. Die Entscheidung über die Nutzung des Vorkaufsrechtes wurde aber erst in der anschließenden öffentlichen Sitzung getroffen.

In intensiven Gesprächen, an denen auch alle anderen Fraktionen beteiligt waren, waren zuvor die haushaltstechnischen Voraussetzungen für den Gebäudekauf abgeklärt worden. Bürgermeisterin Margareta Ritter bezeichnet den Erwerb der Immobilie aus finanzieller Sicht als „machbar“.

Das Aukloster schließt sich baulich an die Aukirche an. Im Gebäudekomplex befinden sich zudem noch mehrere Wohnungen.

Im Jahr 1987 hatte die Stadt das Aukloster an die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Nordrhein-Westfalen verkauft. Insgesamt verfügt die LEG über vier Immobilien in der Altstadt, von denen sich die Gesellschaft jetzt trennen möchte, da sie ein neues Geschäftsmodell verfolgt.

Bonafide: Nutzung gegen Entgelt

Beim damaligen Verkauf des Au-klosters hat sich die Stadt Monschau ein „dingliches Vorkaufrecht“ gesichert, das sie nun ausüben möchte. „Für das tägliche kulturelle Leben in der Monschauer Altstadt hat das Aukloster eine große Bedeutung“, erläutert die Bürgermeisterin. Sie verweist dabei unter anderem auf zehn bis 15 Konzerte der Musikschule Monschau, acht Veranstaltungen der neuen Kammerkonzert-Reihe, die Nutzung durch die Monschau-Touristik beim Weihnachtsmarkt wie auch als Proberäume für die Monschau-Klassik. Weiterhin fänden rund ein halbes Dutzend Ausstellungen statt.

Beim Verkauf des Grundstückes an einen neuen Eigentümer sieht die Stadt nun das Risiko einer „spekulativen Vermarktung“. Ritter: „Die Nutzung durch die Stadt Monschau, durch Vereine und die Allgemeinheit könnten erschwert werden.“

Ins Geschäft einsteigen beim Verkauf des Auklosters möchte die neugegründete „Schloß-Kloster-Laufen GmbH & Co., eine lokale Investitionsgesellschaft unter Führung der Bonafide-Immobilien GmbH. Laut Mitteilung von Bonafide seien an dieser Gesellschaft eine Finanzinvestorin aus Großbritannien wie auch Kaufleute aus Monschau beteiligt. Die ehemaligen LEG-Objekte Aukloster und ehemaliges evangelisches Jugendheim seien an die neue Monschauer GmbH gegangen, die Immobilie Richters Eck (Stadtstraße) habe eine Privatinvestorin erworben.

Die Befürchtungen der Stadt, dass das Aukloster als Spekulationsobjekt seine bisherige Funktion für die Öffentlichkeit verliere, kann man bei der Bonafide GmbH nicht nachvollziehen: „Einer öffentlichen Nutzung des Auklosters würde grundsätzlich nichts im Wege stehen, allerdings gegen Entgelt“, ließ Bonafide-Geschäftsführer Oliver Domes auf Anfrage wissen. (P. St.)

03.09.2014 / Eifeler Zeitung / Seite 13 / Lokaltitel Eifel