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Zuschuss kommt nicht: Der „Eifel.Turm“ wackelt

NRW-Heimatministerium lehnt Förderung des vier Millionen Euro teuren Vorhabens ab. „Das Projekt ist nicht gestorben.“

Hürtgenwald Bei der internationalen Tourismusbörse im Frühjahr in Berlin zog der Entwurf des „Eifel.Turms“ vom Künstler Rainer Arke viele Blicke auf sich. Seitdem wurde es ruhig um das Projekt, das mehr als vier Millionen Euro kosten soll. Inzwischen ist klar: Der erhoffte Zuschuss aus dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung wird nicht fließen. Jetzt sucht man nach einer anderen Möglichkeit, den Aussichtsturm zu finanzieren.

Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch (CDU) stellt klar: „Das Projekt ist nicht gestorben, wir sind nun umso mehr gewillt, es zu realisieren.“ Im Gemeinderat in dieser Woche erklärte er, dass die Pläne zunächst auf Eis liegen. In Düsseldorf zweifele man nicht an dem Projekt als solches, es sei nur zu groß. „Lokale und regionale Geschichte prägende Bauwerke, Gebäude oder entsprechende Orte in der freien Natur“ wolle man unterstützen, heißt es im Fördertext des Ministeriums. Projekte mit einem Volumen ab 100.000 Euro könne man mit maximal 90 Prozent (Private) oder 80 Prozent (Kommunen) unterstützen. Allerdings sind dabei nicht Millionen-Bauten vorgesehen. Die Gemeinde Hürtgenwald und der Kreis Düren haben früh signalisiert, dass sie die Idee zwar begrüßen, jedoch finanziell nicht stemmen können. Ohnehin steckt das Projekt noch in den Kinderschuhen. Lediglich das Modell und die Zeichnungen von Arke liegen derzeit auf dem Tisch. Es fehlen noch die erforderlichen Berechnungen zur Baustatik, zur Finanzierung und den Folgekosten. Darüber hinaus müsste die Gemeinde Hürtgenwald an der Stelle entsprechendes Baurecht schaffen.

Der „Eifel.Turm“ soll in Raffelsbrand entstehen und etwa 50 Meter über den Boden ragen. Die Aussichtsplattform soll über einen 600 Meter langen Spindelweg oder barrierefrei mit einem Aufzug zu erreichen sein.

Der Kreis Düren kann sich durchaus mit dem Gedanken anfreunden, dass in der Eifel ein Pendant zum Indemann entsteht und sucht nach Informationen unserer Zeitung nach anderen Möglichkeiten, an Fördermittel für das Projekt zu gelangen. Unmittelbar beteiligt ist der Kreis jedoch ebenso wenig wie die Gemeinde Hürtgenwald.

Der Schöpfer des „Eifel.Turms“ Rainer Arke hat im Frühjahr angekündigt, es neben dem Fördergeld mit der Hilfe von Sponsoren, Spendern und auch unter Beteiligung der Bürger umzusetzen. Dieses Vorhaben steht nun mehr denn je in den Sternen. Manch einer der Kritiker sieht sich nun bestätigt. Vor allem die unbeantwortete Frage nach den Kosten hat schon im Frühjahr für Gegenwind gesorgt – auch im Hürtgenwalder Gemeinderat.

27.09.2019 / Dürener Nachrichten / Seite 15 / DÜREN