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Ärger um „vergessenen“ Schutt

„Ampel“ fordert die Abwahl des Gürzenicher Bezirksausschussvorsitzenden

Gürzenich. Die „Ampel“-Koalition im Dürener Stadtrat fordert die Abwahl des Gürzenicher Bezirksausschussvorsitzenden Winfried („Winni“) Schmitz (CDU). Hintergrund ist die illegale Zwischenlagerung von Bauschutt auf dem ehemaligen Aschenplatz des Gürzenicher FC an der Papiermühle. Valentin Veithen, Fraktionsvorsitzender der Linken, spricht von einer „Riesensauerei“, für die der in der Entsorgungsbranche tätige Schmitz verantwortlich sei. Veithen hat zwischenzeitlich das Umweltamt des Kreises Düren informiert. Und weil der „Ampel“ zugetragen wurde, dass der Verein „Haus für Gürzenich“, dessen Geschäftsführer Schmitz ist, die Entsorgungskosten übernehmen solle, fordert die Koalition den Verein nun auf, die Verwendung der städtischen Zuschüsse für den Umbau des ehemaligen Sportlerheims – 350 000 Euro – offenzulegen.

„Fehler gemacht“

Gegenüber der DN hat Winni Schmitz eingeräumt, einen Fehler gemacht zu haben. Der Bauschutt habe aber nichts mit dem „Haus für Gürzenich“ zu tun, versichert der 51-Jährige. „Er stammt vom Abbruch eines Dachstuhls, den ich mit meiner Firma im vergangenen Juni durchgeführt habe.“ Weil damals der von ihm beauftragte Containerdienst urlaubsbedingt nicht alle Container umgehend habe entsorgen können, „habe ich ihn gebeten, die restlichen drei Ladungen auf dem Aschenplatz zwischenzulagern“, erklärt Schmitz, der sich nach eigener Aussage bis vor zwei Jahren persönlich um das ehemalige Sportplatzgelände gekümmert habe. „Meine Mitarbeiter haben das Areal auf meine Anweisungen hin saubergehalten, die Entsorgungskosten wurden von meiner Firma übernommen.“

Dann aber sind die drei Container-Ladungen in Vergessenheit geraten, obwohl Schmitz noch Ende Juli 2017 von Richard Müllejans, dem Leiter des Dürener Service Betriebs (DSB), aufgefordert worden war, die Betonelemente kurzfristig zu entsorgen. Geschehen ist auch nach der Aufforderung des DSB-Leiters nichts – bis die „Ampel“ vor wenigen Tagen auf den Missstand aufmerksam wurde. Das von Veithen informierte Umweltamt des Kreises hat Schmitz, wie aus einer E-Mail hervorgeht, zwischenzeitlich aufgefordert, den mit Bitumen behafteten Bauschutt vor der Entsorgung analysieren zu lassen. Parallel werde die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens geprüft. „Die Analysen liegen mittlerweile vor“, betont Winni Schmitz. Das Material sei nicht belastet, alle Grenzwerte würden eingehalten. „Ich werde sofort nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub am Freitag mit dem Umweltamt den Weg der Entsorgung klären“, kündigt Schmitz an. „Spätestens in der kommenden Woche ist alles weg.“

Ausgaben belegbar

Schmitz unterstreicht, dass das alles nichts mit dem Verein „Haus für Gürzenich“ zu tun habe. „Wir können als Verein alle Ausgaben im Zusammenhang mit den städtischen Zuschüssen belegen und müssen alle Rechnungen dem Rechnungsprüfungsamt vorlegen“, betont Schmitz. Die CDU-Spitze spricht sich gegen eine Abwahl von Schmitz als Bezirksausschussvorsitzenden aus, für die eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Ausschuss erforderlich wäre. (ja)

05.04.2018 / Dürener Nachrichten / Seite 13 / Lokales Düren