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Europa mit Weingummi dargestellt

Design-Arbeitsgemeinschaft des Mädchengymnasiums bringt die Begriffe Vielfalt und Einheit zusammen

Jülich Das Jülicher Mädchengymnasium hat im sich dem Ende zuneigenden Schuljahr seinen Schülerinnen die Möglichkeit geboten, an einer Design-Arbeitsgemeinschaft teilzunehmen. Unter der Anleitung von Pia von Ameln und Sunita Gupta vom Jülicher Büro „Fjell-Design“ konnten die 13 Schülerinnen ihre Ideen zum Thema „Europa – in Vielfalt geeint“ künstlerisch umsetzen. Die Ergebnisse sollen unter anderem auch beim Europafest des MGJ präsentiert werden.

Eine starke Einheit

Das Ziel ist unter anderem, dass die Sekundarstufenschülerinnen Grundschulkindern die Bedeutung Europas näherbringen. Das Motto zeigte schnell, dass Europa nur gemeinsam funktionieren kann und es nur bunt und unter Berücksichtigung aller kulturellen Aspekte eine Einheit bildet, die stark ist. Das Projekt wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Schule und wird auch im neuen Schuljahr nach den Sommerferien fortgeführt.

Die Schülerinnen wählten viele verschiedene Ansätze, um zu zeigen, wie sie sich Europa vorstellen. „Wir sind total begeistert, wie kreativ die Mädchen sind und mit welcher Begeisterung sie die Aufgabe angegangen sind“, berichtet Pia von Ameln. Im kommenden Schuljahr soll die Europa-Thematik noch weiter vertieft werden. Um allen Interessierten ihre Arbeiten zu präsentieren, wurde im Werkraum des Gymnasiums nun eine Vernissage eröffnet und sämtliche Werke samt Entstehungsgeschichte präsentiert.

Bunter Regenschirm

Es wurden am Computer mit Hilfe verschiedener Gestaltungsprogramme Plakate entworfen, bei denen das Motto „In Vielfalt geeint“ im Mittelpunkt stand. Beispielsweise konnte sich der Betrachter einen bunten Regenschirm ansehen, der aus den Fahnen der europäischen Mitgliedsländer besteht und so wirkungsvoll den über ihm aufziehenden Regen abhält. Ein weiterer Ansatz war das Kartenhaus, das durch den Beitrag jedes Blattes zusammenhält, aber für den Fall, dass eines herausgezogen wird, mit Sicherheit zusammenfällt. Es wurden in den Arbeiten auch Alltagsbeispiele gewählt, wie etwa dass Europa ohne Vielfalt dasselbe ist, wie Plätzchen ohne Eier oder Ostern ohne bunte Farben. Bei einem Brainstorming wurden die zahlreichen aufkommenden Ideen von einem dazu bestimmten Moderator gesammelt und in zwei Kategorien unterteilt. Gelb markierte Tafeln zeigten langweilige und monotone Begriffe und blaue Tafeln bereichernde Ideen. In praktischen Arbeiten wurde auch das negativbeladene Thema des Schubladendenkens behandelt anhand von dreidimensionalen Arbeiten, bei denen beispielsweise auf der einen Seite weiße Hühnereier zu sehen sind und auf der anderen bunt bemalte. Ebenfalls wurde mit Legosteinen eine bunte und eine einfarbige Version des Spieleklassikers Tetris gezeigt und immer wieder betont, dass man alle unterschiedlichen Einflüsse zulassen kann und muss. Bei der Ideenfindung war ausdrücklich alles erwünscht, und die Mädchen wurden dazu angeregt, über alle Punkte miteinander zu diskutieren.

Als Leitmotiv galt auch die Aussage des ehemaligen Präsidenten der Europäischen Kommission Jacques Santer, dass man Europa den Menschen unterschiedlicher Nationen nur über die Kultur näherbringen kann.

Zur Vernissage-Eröffnung waren nun viele Besucher in den Werkraum des MGJ gekommen und bestaunten auch Europadarstellungen aus buntem Weingummi, dass einmal streng geordnet oder als bunter Haufen aufeinanderlag und so der Vielfalt mehr Raum ließ. Die Ausstellung bekam viel Lob und kann auf telefonische Anfrage unter Ruf 02461/97830 bis zum 12. Juli besichtigt werden. (bw)

03.07.2018 / Jülicher Zeitung / Seite 17 / Lokales