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Die „Theatermacher“ halten zusammen

Freudige Spendenübergabe am MGJ

Jülich. Zwischen dem Mädchengymnasium Jülich (MGJ) und der Stephanusschule in Selgersdorf besteht seit Jahren eine starke Verbindung auf vielen Ebenen. Unter anderem ist es schon zur Tradition geworden, dass die während der Literaturkurspräsentationen gesammelten Gelder der Theater AG der Förderschule zugutekommen.

Bereits zum dritten Mal überreichten die Kursteilnehmerinnen der ehemaligen Q1 einen stolzen Betrag an die Schule in Selgersdorf. Aus diesem Anlass berichteten die Abiturientinnen Amelie Loevenich, Alina Wirtz und Celina Sieben – stellvertretend für die 17 Kursteilnehmerinnen – ihre Arbeit und die dabei gewonnenen Erfahrungen. „Tom Sawyer“ wurde über das ganze Schuljahr als Bühnenbild konzipiert, geprobt und letztendlich aufgeführt. Wie es sich für eine Europaschule gehört, wurde es vom Literaturkursleiter Peter Mangold in der Originalsprache vorgesehen. Es war eine zusätzliche Herausforderung für die Teilnehmerinnen, die bei manchen Mädchen viel Überzeugungsarbeit bedurfte. Was mit Schauspielübungen begann, resultierte im Verlauf des Projektes im gegenseitigen Erkennen der eigenen Stärken. In diesem Prozess lernten sie, wie Alina meint, sich besser einzuschätzen, selbstbewusster an Sachen heranzugehen, die anfänglich etwas schwieriger erscheinen.

Aufgaben untereinander verteilt

Die Arbeitsmoral im Team festigte sich und die Aufgaben wurden nach Fähigkeiten verteilt. So erkannte man das organisatorische Talent von Celina, die die Planung der Proben und die Regie des Stücks übernahm. Die künstlerisch angehauchten Kursteilnehmerinnen übernahmen die Gestaltung des Bühnenbildes und der Kostüme.

„Interessant ist, wie es zu der Rollenvergabe kam“, sagt Peter Mangold. „Obwohl ich der Entscheidungsträger war, brauchte ich gar nichts zu entscheiden.“ Die Schülerinnen haben gelernt zu erkennen, wer für welche Aufgaben in dem Projekt geeignet war.

Obwohl es bei der Generalprobe keine Pannen gab, wurde die finale Vorstellung vor Publikum entgegen dem bekannten Aberglauben ein rauschender Erfolg. Spontan organisierten der Literaturkurs für die Schule eine zweite Aufführung, die keine Pflichtpräsentation mehr war.

Wie Schulleiterin Christiane Clemens sagen würde: „Es war eine sehr gute Darbietung und alles in einem qualitativen Englisch gesprochen.“ Die Frage, ob sie das noch mal machen würden, wird von allen Schülerinnen spontan bejaht. Auch auf Englisch? „Vielleicht doch ein deutsches Stück“, wirft Amelie ins allgemeine Gelächter ein. Sie findet nämlich die deutsche Sprache „gar nicht so schlecht für ein Theaterstück“. Der Scheck wurde anschließend feierlich an die Kinder der Theater AG der Stephanusschule übergeben. Die Schüler Lea, Emely und René wissen schon ganz genau, was sie mit dem gespendeten Geld anfangen werden. Lea möchte gerne ein Schmetterlingskostüm, Emely und René Lichterketten und weitere Requisite für die geplante Theatervorstellung besorgen.

Ihre beiden Lehrerinnen Ulla Beier und Astrid Bierik bedankten sich herzlich bei den Gastgebern für die Unterstützung der seit vielen Jahren an ihrer Schule bestehenden AG. Eine Einladung nach Selgersdorf zu der für den Sommer geplanten Vorstellung „Nur ein Tag“ nach Martin Baltscheit wurde von den Vertreterinnen des MGJ mit Freude angenommen. (mavo)

18.01.2018 / Jülicher Zeitung / Seite 16 / Lokales