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Antisemitisch? Düsseldorfer Festival lädt Rapper aus

Talib Kweli unterstützt die umstrittene israelkritische BDS-Kampagne. Deshalb bekommt er keine Bühne beim Open Source.

Düsseldorf Wegen seiner Unterstützung der umstrittenen israelkritischen BDS-Kampagne hat das Open Source Festival in Düsseldorf den US-Rapper Talib Kweli ausgeladen. Kweli hatte nach einer Bitte von Festivalmacher Philipp Maiburg um eine Stellungnahme bekräftigt, die BDS-Bewegung zu unterstützen. „Uns bleibt daher keine andere Möglichkeit als seine Einladung zum Open Source Festival zurückzuziehen“, teilten die Festivalmacher am Mittwoch mit.

BDS steht für „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“ gegen Israel. Der Bundestag hatte der BDS-Kampagne Antisemitismus vorgeworfen. Kweli erwiderte auf seinem Facebook-Account, dies sei eine Lüge. Die Bundesregierung unterstütze damit Faschismus und die rassistische Diskriminierung der Palästinenser. Mit ihrer Haltung zur BDS-Kampagne vertrete sie die gleiche Position wie US-Präsident Donald Trump und die extreme Rechte und sei damit historisch auf der falschen Seite, kritisierte der Rapper. Die BDS-Kampagne engagiere sich friedlich für die Palästinenser und ihre Rechte. Er würde gerne in Deutschland auftreten, werde dafür aber nicht von seiner Haltung abrücken, so Kweli.

Die BDS-Bewegung verlangt ein Ende der Besetzung des Westjordanlandes, der Golanhöhen und Ost-Jerusalems, die völlige Gleichberechtigung arabisch-palästinensischer Bürger Israels und ein Recht auf Rückkehr nach Israel für palästinensische Flüchtlinge und deren Nachkommen.

„Die Argumentationsmuster und Methoden der BDS-Bewegung sind antisemitisch“, heißt es im umstrittenen Bundestagsbeschluss. Mehr als 60 jüdische und israelische Wissenschaftler hatten den Bundestag kritisiert: BDS dürfe nicht mit Antisemitismus gleichgesetzt werden.

Das Open Source Festival findet alljährlich auf der Galopprennbahn Düsseldorf-Grafenberg statt und bietet vor allem alternativer Musik ein Forum.  (dpa)

06.06.2019 / Aachener Nachrichten - Stadt / Seite 11 / KULTUR