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Für den digitalen Unterricht fit machen

Mädchengymnasium investiert in Digitalisierung. Weitere Investitionen geplant. Auch Fortbildungen für Lehrer.

Jülich Das Mädchengymnasium Jülich (MGJ) macht große Schritte in Richtung Digitalisierung. Die Hälfte aller Klassenräume ist bereits digital ausgestattet – mit Beamern, Leinwandtechnik und Anschlussmöglichkeiten für diverse Geräte. Bis Ende des Jahres sollen weitere Räume fit gemacht werden. Glasfaser-Leitungen sorgen für schnelles Internet. Aber auch die Lehrkräfte bilden sich fort.

Schulleiterin Christiane Clemens blickt zufrieden auf die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Digitalisierung. Dem Perspektivenwechsel zum digitalen Lernen müsse man sich stellen und dürfe vor den Neuen Medien nicht die Augen verschließen. „Trotzdem ist ein sinnvolles Medienkonzept absolut notwendig“, erläutert Clemens. Ein solches Medienkonzept ist derzeit in Arbeit – angelehnt an den Medienkompetenzrahmen NRW, der verschiedene Teilkompetenzen der Medienbildung in den Blick nimmt. „Wir überlegen jetzt, an welchen Stellen ein digitales Element in den Unterricht eingebracht werden kann und wo es Sinn macht“, erläutert Clemens. In Geschichte könne beispielsweise das Erstellen und Aufnehmen von kleinen Filmen und historischen Erzählungen eine Möglichkeit sein, sagt Andreas Wergen, Englisch- und Geschichtslehrer.

Dass am Eingang der Schule mehrere Handyverbots-Schilder prangern, sei noch ein Beschluss von 2008. „Aber auch das ist Teil unseres Arbeitsprogramms, in dem wir überlegen, wie wir Handys sinnvoll im Unterricht nutzen können“, sagt Clemens. Ein komplettes Aufheben des Verbots sei nicht geplant. „Die Schülerinnen sollen sich zumindest in der Pause unterhalten und nicht mit ihren Smartphones spielen.“

Wichtig sei es vor allem, digitale Medien nicht wahllos im Unterricht zu nutzen, sondern den Einsatz gezielt und mit Verstand zu planen. „Unsere Schülerinnen sollen nicht nur mit Medien lernen, sondern auch lernen, mit Medien zu leben“, sagt Clemens. Deswegen veranstaltet das Mädchengymnasium regelmäßig Veranstaltungen zur Medienerziehung. Im Vorjahr etwa gab es ein erfolgreiches „Digi-Camp“. Spezielle Medientage sind in den Lehrplan integriert. Das ist auch Mira Berger-Trump, Vorsitzende des Fördervereins „Projekt MGJ“, wichtig. Sie wünscht sich eine pädagogische Begleitung der Schülerinnen: „Wichtiger als der reine Medieneinsatz ist, dass unsere Töchter den kritischen Umgang mit Medien lernen, etwa die Gefahren des Internets abschätzen können, und sich dementsprechend verhalten.“

„Ein sinnvolles Medienkonzept ist absolut
notwendig.“

Christiane Clemens,
Schulleiterin des MGJ

Deswegen sind auch Weiterbildungen ein wichtiger Teil des Medienkonzeptes, das aktuell erarbeitet wird. Einmal im Jahr gibt es eine schulinterne Lehrerfortbildung zur Digitalisierung. Daneben hospitieren viele Kollegen in anderen Schulen und absolvieren zusätzliche Fortbildungen.

Weitere Investitionen, etwa in praktische Dokumentenkameras oder in Tablet-Klassensätze, sind bereits geplant. Schulleitung und Schulträger sind dankbar für die Unterstützung der Hans-Lamers-Stiftung und des Fördervereins „Projekt MGJ“. Durch Elternbeiträge und Spenden konnte der Förderverein die Anschaffung der Beamer mit 20.000 Euro unterstützen.

Verschiedene Fördermöglichkeiten von Bund und Land zu nutzen, sei nicht immer einfach gewesen, teilt Dr. Barbara Schellenberger vom Schulträger des MGJ, der Fördergemeinschaft für Schulen in freier Trägerschaft, mit. Die Mittel von Land und Bund fließen langsam und unkoordiniert. Durch das Landesprogramm „Gute Schule 2020“ erhält das Mädchengymnasium – wie alle staatlich anerkannten Ersatzschulen in NRW – im Zeitraum von 2017 bis 2020 84 Euro pro Schülerin und Jahr. „Das reicht knapp, um die Basis für die Nutzung digitaler Medien im Unterricht zu schaffen – für Verkabelung und drahtloses Netzwerk in allen Klassenräumen. Ohne finanzielle Unterstützung Dritter geht es nicht voran“, sagt Schellenberger.

Die Tafel bleibt

Schulleitung und Kollegium sind sich indes einig, dass durch die bloße Installation technischer Infrastruktur keine Verbesserung des Unterrichts erfolgt. „Wir wollen die Tafel nicht aus den Klassenräumen verbannen. Der Einsatz digitaler Medien geschieht nicht zum Selbstzweck, sondern dort, wo er für den Unterricht gewinnbringend und für unsere Schülerinnen motivierend ist“, erläutert Clemens. Trotzdem sei der digitale Wandel bei den Lehrkräften der älteren Generation angekommen. „Wir haben eine sehr große Offenheit und rege Beteiligung aller erfahren.“

Neben dem Regelunterricht wird die digitale Ausstattung bereits für die Kommunikation mit einer Austauschschule in der spanischen Stadt Barcelona genutzt. Bei dem EU-geförderten „Erasmus+“-Projekt tauschen die Schüler regelmäßig Daten aus und halten Videokonferenzen ab.

Schuljahr 2019/20

Anmeldungen jetzt möglich

Anmeldungen für das Schuljahr 2019/20 am Mädchengymnasium Jülich sind am morgigen Freitag, 8. Februar, von 15 bis 18 Uhr, am Samstag, 9. Februar, von 9 bis 14 Uhr, und am Montag, 11. Februar, von 9 bis 12 sowie 15 bis 18 Uhr möglich.

Im Sekretariat sollte vorher ein Termin für die Anmeldung vereinbart werden (02461/97830). Anmeldungen sind auch außerhalb der Termine nach einer vorherigen Absprache möglich.

07.02.2019 / Jülicher Zeitung / Seite 15 / LOKALES