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60 Fotos, die eine Brücke nach China schlagen

Der weltweit bekannte Fotograf Steve Zhao bestückt zur angehenden Städtepartnerschaft zwischen Taicang und Jülich eine Ausstellung im Schlosskeller der Zitadelle Jülich. Ein lebendiges Bild des modernen China.

Jülich. Im Rahmen eines kulturellen Austauschs mit der Partnerstadt Taicang findet vom 30. Juli bis zum 1. November im Schlosskeller der Zitadelle eine Ausstellung des weltweit gefragten chinesischen Fotografen Steve Zhao statt. 60 Fotos zum Thema „China-German Story – Start from Taicang“ werden von Steve Zhao zu sehen sein.

Die feierliche Eröffnung durch eine Delegation aus Taicang findet am Sonntag, 30. Juli, um 10 Uhr im Schlosskeller der Zitadelle statt. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Internationaler Ruf

Steve Zhao begründete seinen internationalen Ruf mit seinem Projekt „China Story“, das zum Ziel hatte, ein Bild Chinas zu erschaffen, das frei ist von kultureller und politischer Voreingenommenheit und die chinesische Kultur und den Alltag zeigt, wie sie wirklich sind. Ausstellungen in über 35 Ländern zeugen vom Erfolg des Werkes, das Steve Zhao als fortlaufendes Projekt betrachtet und stetig weiterentwickelt.

Aufgewachsen in einer kleinen Stadt in der Provinz Jiangsu, erschien es Steve Zhao lange Zeit als unerreichbarer Traum, professioneller Fotograf zu werden. Nach seinem Studium an der Universität Nanjing arbeitete er zunächst als Physiklehrer, bis er 1987 beschloss, sein Hobby zum Beruf zu machen. Er zog nach New York, um dort am Fashion Institute of Technology Fotografie zu studieren. Danach arbeitete er einige Jahre im Bereich der Objekt- und Modefotografie für renommierte Kunden. 1997 kehrte er nach China zurück, wo er sich als fotografischer Chronist des dynamischen Aufbruchs seines Heimatlandes, insbesondere mit dem Projekt „China Story“, einen Namen machte.

In seiner Zeit in Amerika lernte Steve Zhao nicht nur den Blick von außen auf sein Heimatland kennen, sondern entwickelte auch ein Bewusstsein für die Selbstwahrnehmung seines Landes. Beide Faktoren möchte er in seiner Arbeit überwinden und ein lebendiges und unmittelbares Bild des modernen China zeigen.

Die angehende Städtepartnerschaft Jülich – Taicang bietet einen Rahmen, der dazu einlädt, Deutschland und China nebeneinander und miteinander mit allen Gemeinsamkeiten, aber auch gegenüber und getrennt mit ihren Unterschieden und Gegensätzen zu betrachten und zu würdigen.

So steht der Sommer im Museum Zitadelle dieses Jahr ganz im Zeichen der interkulturellen Verständigung.

Den Anfang machte die Ausstellung „Dialog der Weltkulturen“ des chinesisch-deutschen Künstlers Ren Rong, die noch bis Ende August zu sehen ist. Sie bekommt nun Gesellschaft von Steve Zhaos zum Anlass der Städtepartnerschaft entwickelten Fotoprojekt.

Dreigeteilt

In drei Bereichen präsentiert der Künstler bekannte Bilder aus früheren Werken kombiniert mit neuen, für diese Ausstellung erstellten Fotografien. Die Ausstellung beginnt mit einer Gegenüberstellung von China und Deutschland, an die sich ein Porträt der neuen Partnerstadt Taicang anschließt, und mündet in einer Darstellung der in Taicang lebenden Deutschen. Aktuell arbeitet Steve Zhao an einem Fotoband über Deutschland mit dem Namen „German Story“.

25.07.2017 / Jülicher Zeitung / Seite 14 / Lokales