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Neubeginn, Aufbruch und Anfang

Besonderer Festakt im Mädchengymnasium. Gefeiert wird das 20-jährige Bestehen der Schulpartnerschaft.

Jülich Zu einem ganz besonderen Festakt hatte das Mädchengymnasium Jülich eingeladen. Anlass der Feier im Pädagogischen Zentrum der Schule war das 20-jährige Bestehen der Schulpartnerschaft mit einem Schüleraustausch, an dem bis jetzt 2400 Schülerinnen und Schüler teilgenommen haben.

Verbindendes Element ist auch die Namensgebung der Schulen, deren Schutzpatron jeweils der Hl. Josef ist, ein Heiliger, der für Neubeginn, für Aufbruch und Anfang steht und besonders als Patron der Kinder und Jugendlichen steht, wie Schulleiterin Christiane Clemens erläuterte.

Die Partnerschulen

Partnerschulen sind das Collège Saint Joseph de Chênée in Liège (Belgien) und das Collège Saint Joseph de Cluny in Marseille (Frankreich).

Christiane Clemens konnte neben vielen Gästen die Austauschschüler aus Marseille, Schulleiter und Kollegen der Partnerschulen begrüßen. Seit 20 Jahren ist das MGJ Europaschule und lebt den europäischen Gedanken mit regem Schüleraustausch.

Das Kennenlernen der Kultur und die Vertiefung der erworbenen Sprachkenntnisse sind Ziel und Zweck des Austausches, bei dem die Schüler in den Familien des Gastlandes herzlich aufgenommen werden. Die Teilnahme am Unterricht der Partnerschule und gemeinsame Ausflüge im Gastland runden das Programm ab. Dass der Spaß und die Freude nicht zu kurz kommen, ist programmiert.

So waren Schüler aus Marseille, Schulleiter und Lehrer der Partnerschulen zum Festakt angereist. Die Schulleiterin konnte neben den Mitgliedern des Kollegiums auch viele Ehemalige begrüßen, die maßgeblich am Aufbau dieses Austausches beteiligt waren und damit ein starkes Zeichen für einen gelebten, grenzüberschreitenden Beitrag zu einem friedlichen Europa setzten.

Im Wechsel zwischen französischer und deutscher Sprache, unterstützt durch die Einblendung der Übersetzung der jeweiligen Textpassagen, gab Christiane Clemens ihrer Freude Ausdruck, dass aus der Tradition des Austausches inzwischen eine verlässliche Freundschaft geworden ist, die von den Schulleitern stets Rückhalt erfuhr. Sie hob auch die gute Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Haus Overbach hervor, das sich dem Austausch angeschlossen hat.

Auch die Gäste aus Belgien trugen in ihren Grußworten den europäischen Gedanken weiter. Der Schulleiter des Collège Saint-Joseph de Chênée, M. Ramaciotti, überreichte als Gastgeschenk einen jungen Eichenbaum, der den Wert einer solchen freundschaftlichen Beziehung symbolisiert. Wie eine junge Pflanze vom Gärtner sorgsam gepflegt werden muss, um wachsen und gedeihen zu können und so zu einer kräftigen, stattlichen Eiche zu werden, so bedarf auch jede Freundschaft der Pflege und Achtsamkeit.

Auch die Landtagsabgeordnete Dr. Patricia Peill griff den europäischen Gedanken auf und überbrachte die Grüße der Landesregierung. Sie dankte den Schülern, Eltern und Lehrern für ihr Engagement, das es ermöglicht, dass der Gedanke und das Verstehen für dieses Europa schon in jungen Jahren im Bewusstsein der Kinder und Jugendlichen verwurzelt ist.

Gelebte Schulfreundschaft und Zusammenarbeit konnten die Gäste hautnah erleben, als französische und deutsche Schüler ihre Projekte vorstellten, die sie gemeinsam an diesem Vormittag zum Thema „Kulturerbe“ erstellt hatten. Die Themen „Wattenmeer“, „Carneval de Grainville“ und „Traditionelle französische Küche“ wurden amüsant und gekonnt präsentiert.

Musikalisch gestaltet wurde die Feier von Schulorchester und Schulchor des MGJ. Eingerahmt wurde die stilvolle Feier durch persönlichen Austausch im Gespräch bei geselligem Beisammensein. (hivi)

07.05.2019 / Jülicher Zeitung / Seite 19 / LOKALES