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Resolution für Erhalt der Sophienhöhe

Nach den Christdemokraten nominieren auch die Grünen Dirk Lauterbach einstimmig als Bürgermeisterkandidat

Niederzier Nach der CDU haben nun auch die Niederzierer Grünen den parteilosen Dirk Lauterbach offiziell als Kandidat für die Bürgermeisterwahl im September nominiert. Die Wahl des 42-jährigen Verwaltungsfachmanns, der aktuell Allgemeiner Vertreter des nicht mehr kandidierenden Bürgermeisters Hermann Heuser (SPD) ist, erfolgte einstimmig.

Einstimmiger Beschluss

Im Rahmen der Mitgliederversammlung bezogen die Niederzierer Grünen auch Stellung in der von ihren Parteifreunden Oliver Krischer (Düren, MdB) und Rainer Priggen (Aachen, Ex-MdL) angestoßenen Diskussion um die Zukunft der Sophienhöhe. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution lehnen die Niederzierer Grünen „jegliche Gedankenspiele ab, die darauf abzielen könnten, die bereits rekultivierten Flächen auf der Sophienhöhe abzuholzen oder zur teilweisen Verfüllung sowie zur Hangsicherung einzusetzen. Zum noch nicht rekultivierten Bereich, der sogenannten überhöhten Innenkippe, äußern sie sich nicht explizit, unterstützen aber die Forderung von Bürgermeister Heuser, dass die Sophienhöhe zum späteren Tagebausee hin weiterentwickelt werden müsse. Die Sophienhöhe, betonen die Grünen, habe sich in den vergangenen 30 Jahren „zu einem vielfältigen Lebensraum mit großem Artenreichtum in Fauna und Flora entwickelt, den es zu schützen gilt.“ Sie bekräftigen das einstimmig vom Gemeinderat formulierte Ziel, die Aufenthaltsqualität der Sophienhöhe mit einer sanften touristischen Erschließung für die Besucher zu verbessern, fordern aber auch, dass weite Teile auch ohne größere menschliche Eingriffe sich selbst überlassen werden sollten.

„Jedoch lehnen wir es als Grüne insgesamt, also sowohl auf Bundes- als auch auf Landes- und Kommunalebene, entschieden ab, dass für die Gewinnung von Abraum zur teilweisen Verfüllung und Stabilisierung oder Hangsicherung am Hambacher Restwald, die Steinheide, ein schützenswerter Naturraum, der sich im Bereich von Manheim in Richtung Kerpen erstreckt, als auch Teile des Merzenicher Erbwaldes in Anspruch genommen werden“, heißt es weiter. Woher die benötigten Abraummassen zur Stabilisierung der endgültigen Böschungen im Tagebau dann allerdings kommen sollen, lies Fraktionschef Kurt Lambert auch auf Nachfrage offen. „Ich bin kein Fachmann.“ Das sei die Herausforderung, der sich jetzt Tagebaubetreiber RWE Power stellen müsse. Das Unternehmen müsse den Betriebsplan so anpassen, dass er „den Anforderungen der Anrainerkommunen für die Gestaltung der Tagebaufolgelandschaft gerecht wird“.

Dirk Lauterbach begrüßte die Positionierung der Grünen. „Mir ist wichtig, dass wir die Sophienhöhe als neu geschaffenen Lebensraum vieler, auch besonderer Tier- und Pflanzenarten weiterentwickeln und im Einklang mit der Natur für die Menschen noch erlebbarer machen“, erklärt der Bürgermeisterkandidat, der diesen Prozess seit Jahren für die Gemeinde Niederzier in der „Tagebauumfeldinitiative Hambach“ begleitet. „Für mich ist die Sophienhöhe ein Leuchtturm im Rheinischen Revier“, betont Lauterbach. RWE müsse jetzt schnellstmöglich einen Abschlussbetriebsplan vorlegen, aus dem hervorgeht, wie das Abraum-/Böschungsproblem gelöst werden kann. Dabei steht für Lauterbach fest: „Wir dürfen uns interkommunal nicht auseinanderdividieren lassen.“ Das Schlimmste was jetzt passieren könne, wäre ein Tauziehen der Gemeinden Niederzier, Elsdorf und der Stadt Kerpen um jeden Quadratmeter Fläche.

10.02.2020 / Dürener Zeitung / Seite 15 / LOKALES