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Spannung mit zwei  Klangkörpern

Nachweihnachtliches Konzert der Musikvereinigung Montjoie und des Franziskuschors Vossenack in der Aukirche

Monschau Zum 13. Mal lud die Musikvereinigung Montjoie zum nachweihnachtlichen Konzert in die Aukirche ein. Diesmal war der Franziskuschor aus Vossenack eingeladen, das Programm mitzugestalten. Es ergab sich auf diese Weise ein umfangreiches und vielseitiges, ja geradezu spannendes Musikereignis, denn die Charakteristik und die Beiträge der beiden Klangkörper waren doch recht unterschiedlich.

Der Vorsitzende der Musikvereinigung, Hilmar Weber, begrüßte das zahlreiche Publikum, bevor der Ortvorsteher der Monschauer Altstadt, Georg Kaulen, durch den Programmanteil der Musikvereinigung führte.

Die Dirigentin des Orchesters, Gabriela Heinen, hat es in den wenigen Jahren ihrer Amtsführung bereits verstanden, sehr viele junge Instrumentalisten in das musikalische Geschehen des traditionsreichen Blasorchesters einzubinden. Das merkte man jederzeit an der Lebendigkeit und Spritzigkeit, mit der die teils sehr populären Musikstücke dargeboten wurden. Im ersten Teil stachen in dieser Hinsicht besonders das Thema aus der Filmserie „Fluch der Karibik“ („Pirates Of The Caribbean“) und der bekannte Popsong „The Sound Of Silence“ von Paul Simon (letzterer besonders bewegend) heraus.

Spirituelle Sicht

Von grundsätzlich anderer Art waren anschließend die Beiträge des Franziskuschors, der sich zunächst auf der Orgelbühne versammelte. Die Chorstücke bezogen sich mehr auf das Kirchenjahr, die noch währende Weihnachtszeit und die spirituelle Sicht der Dinge überhaupt. Unter der Leitung von Gerd Hachmer gelang dies ausgezeichnet, wobei die informative und tiefgehende Moderation von Gisela Moyzio-Weiße besonders zu betonen ist. Hervorzuheben ist aus diesem durchweg sehr ansprechenden Programmteil wohl vor allem ein Stück des englischen Komponisten John Rutter – in der deutschen Fassung unter dem Titel: „Alle Dinge dieser Welt“ – oder der aus Psalmmotiven zusammengesetzte Chor „O Lord, you are my god and king“ von Tom Fettke.

Wieder mehr in den populären Bereich steuerte dann die Musikvereinigung Montjoie mit drei weiteren mitreißenden Stücken, wobei besonders ein lustiges kleines Konzertstück für Fahrradklingel und Blasorchester auffiel. Riss schon dies das Publikum zu Beifallsstürmen hin, so umso mehr die anschließenden beiden Beiträge, in denen das Orchester und der Chor zusammenwirkten. Zu Herzen gehend dabei der „Exodus“-Song aus dem gleichnamigen Spielfilm, dessen politische Implikationen in der Moderation nicht verschwiegen wurden.

Ähnlich, wenn auch wiederum in völlig anderer Hinsicht bewegend, war dann eine im gedruckten Programm gar nicht vorgesehene „Zugabe“, nämlich Udo Jürgens‘ Schlagerlied „Ich war noch niemals in New York“. Hier war die Zustimmung des Publikums und der allgemeine Bekanntheitsgrad offenbar am stärksten, obwohl sich hier die Frage nach der programmatischen Konzeption des Stücks im Rahmen des Ganzen schon ein wenig stellte. Umso mehr, als dann im endgültig letzten Orchesterstück des Programms (mit zwei jungen Trompetensolisten) die geistliche Bitte um Frieden („Dona nobis pacem“) wieder in eine ernstere Stimmung einmündete und so einen überaus ansprechenden und im besten Sinne „bunten“, wenn auch etwas langen Musiknachmittag zum Abschluss brachte.

21.01.2020 / Eifeler Zeitung / Seite 18 / LOKALES