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FDP: Bürger beteiligen

Liberale schlagen Kirche als neue Stadthalle vor

Jülich Eine Kirche als neuer Veranstaltungsraum für Kunst und Kultur? Die Jülicher FDP verblüfft in ihrem Programm zur Kommunalwahl mit ungewöhnlichen Vorschlägen. „Wir müssen mehr Leben in unsere Stadt holen. So wollen wir Jülich zu einer modernen Kultur- und Kongressstadt machen und dafür eine Kirche umfunktionieren“, heißt es im Programm. Die Überlegung: Würde etwa St. Rochus entwidmet, könnte dort mit Zustimmung der Kirche und des Architekten die Räume für Konzerte, Konferenzen und Veranstaltungen genutzt werden. „Die Lücke, die nach dem Verkauf der Stadthalle entstanden ist, wäre damit perfekt gefüllt“, sagt FDP-Vorsitzender Wolfgang Steufmehl.

Neue Baugebiete

Die Veranstaltungshalle zusätzlich zur Muschel im Brückenkopf-Park dürfte noch zu einem anderen wichtigen Thema der FDP zählen: „Zukünftig werden die Gemeinden und Städte die Gewinner sein, die entsprechend attraktive, weiche Standortfaktoren wie Schwimmbad, Bücherei oder Musikschule bieten können“, heißt es im Programm weiter. Neben der Entwicklung von Industriegebieten setzt die FDP deshalb auf neuen Wohnraum. „Das ist nur dadurch zu erreichen, dass man neue, attraktive Baugebiete in ausreichender Zahl ausweist oder bei der Verdichtung von Wohngebieten neue Wege geht.“ Die FDP fordert vor allem eine schnelle Umsetzung der entsprechenden Planung: „Die große Nachfrage gerade auch nach hochwertigen Baugrundstücken wie auf dem FH-Gelände hat gezeigt, dass hierfür genügend Käufer vorhanden sind.“

Beim Thema Mobilität setzt die FDP auf „eine gleichberechtigte Behandlung der Verkehrsangebote“. Die Liberalen machen sich für den Ausbau der Angebote von Rurtalbahn und Rurtalbus stark, fordern den Lückenschlusses Linnich-Baal und den Bau der Bahnstrecke von Bedburg über Jülich, Ederen, Aldenhoven bis nach Puffendorf und den weiteren Ausbau des Radwegenetzes.

Die FDP setzt aber auch auf mehr Mitbestimmung der Bürger. Die Liberalen fordern etwa einen neuen Jugendbeirat und eine stärkere Bürgerbeteiligung. Und so soll beispielsweise eine „Roadmap 2035“ für Jülich entwickelt werden, mit der in „einem breiten gesellschaftlichen Konsens“ Fragen zur Jülicher Zukunft erarbeitet werden. (bugi)

02.09.2020 / Jülicher Nachrichten / Seite 11 / JÜLICH