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Investoren als Spekulanten verunglimpft

Stefan Schepers aus Monschau, schreibt zur Berichterstattung über den Kauf des Auklosters durch die Stadt Monschau.

Die Entscheidung der Stadt Monschau, das Vorkaufsrecht für das Aukloster auszuüben, ist das gute Recht der Stadt, aber die Entscheidung war nicht sinnvoll.

Angesichts der prekären Haushaltslage der Stadt Monschau wäre es besser gewesen, die Stadt hätte versucht, für die von ihr und den übrigen öffentlichen Nutzern genutzten Flächen, einen langfristigen Mietvertrag mit dem Käufer abzuschließen.

Dazu wäre der Käufer bereit gewesen, aber die Stadt hat nicht einmal bei diesem angefragt.

Neben den hohen Finanzierungskosten wird die Stadt auch durch die zusätzliche Aufgabe der Verwaltung des Mietwohnungsteils des Auklosters belastet werden, was zu erheblichen Personalkosten führen wird, mal abgesehen davon, dass hierzu der Stadt das Know-how fehlt.

Besonders schlimm finde ich, dass der Käufer für das Aukloster als Spekulant bezeichnet wurde. Was macht es für einen Sinn, wenige Tage vor der Entscheidung, das Vorkaufsrecht auszuüben, in eben diesem Aukloster eine öffentliche Veranstaltung abzuhalten, in welchem die Stadt um Investoren für die Altstadt wirbt und dann wenige Tage später Investoren, welche so mutig sind, in unsere Altstadt zu investieren, mit dem Wort Spekulant zu verunglimpfen?

Das macht es für die bonafide nicht einfacher, Investoren für unsere Altstadt zu gewinnen. Wer will schon gerne am nächsten Tag als Spekulant in der Zeitung stehen?

Weniger Hektik und besseres Nachdenken wäre im Fall Aukloster sicher für die Stadt besser gewesen. Die Stadt sollte mehr auf ihre Investoren zugehen und mit diesen reden. Und mit dem Wort Spekulant sollte die Stadt gar nicht um sich werfen.

Der Investor, so kann ich vermelden, trägt die Entscheidung der Stadt mit Irritation, aber auch mit Fassung. Sicher wird er der Stadt keine Steine in den Weg legen.

05.09.2014 / Eifeler Zeitung / Seite 18 / Lokales