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Unternehmern werden Steine in den Weg gelegt

Stefan Schepers, Geschäftsführender Gesellschafter der „bonafide Immobilien GmbH“ zum Artikel „Neue Pläne für Faulenbruch vorgestellt“:

Wie sicher noch bekannt ist, stand an der jetzigen Stelle des Vennhofes ein in die Jahre gekommenes, hässliches Möbelhaus. Im Jahre 2011 hat eine mutige Investorenfamilie aus Roetgen das Gebäude erworben und in Zusammenarbeit mit der Bonafide-Immobilien GmbH und der Gemeinde Roetgen für das Altgebäude und die angrenzenden Grundstücke einen Bebauungsplan erarbeitet. Entstehen sollte ein neues Versorgungsgebiet und Unterzentrum mit einem Rewe-Markt, einem Discounter, Büros, Dienstleistern, weiteren Läden und Wohnungen. Dieser Bebauungsplan scheiterte aber im Jahre 2015, weil die Gemeinde Roetgen sich nicht gegen die Bezirksregierung durchsetzen konnte und außerdem formale Fehler bei der Veröffentlichung des geplanten Bebauungsplanes gemacht hatte. Die etwa 100 000 Euro Kosten für den fehlgeschlagenen Bebauungsplan übernahm nicht etwa die Gemeinde Roetgen, sondern die Unternehmerfamilie wurde damit belastet. Die gleiche Unternehmerfamilie hat dann gemeinsam mit uns und einem Architekten aus Roetgen, ohne die Gemeinde Roetgen, ein neues Konzept für das Altgebäude entwickelt und dieses, auch gegen Einwände aus dem Bauausschuss der Gemeinde Roetgen, umgesetzt. Entstanden ist der Vennhof, der heute ein Schmuckstück am Ortseingang von Roetgen ist und mit seinen Läden, Dienstleistern und Wohnungen eine Bereicherung für den Teil Roetgens darstellt, in dem er liegt.

Nunmehr versucht die Unternehmerfamilie bereits seit 2016, einen weiteren Bebauungsplan für die Grundstücke an der Bundesstraße aufzustellen, welche sich rechts neben dem Vennhof befinden. Es soll ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit vier Geschossen, sowie Läden und Wohnungen entstehen. Das Verfahren zieht sich hin. Eine weitere Unternehmerfamilie aus Simmerath hat, auf unsere Vermittlung hin, sich der Grundstücke zwischen dem Wohngebiet Greppstraße und dem Vennhof angenommen. Geplant wurden zwei Mehrgenerationenhäuser entlang der Faulenbruchstraße, in denen zwei Wohngemeinschaften für demente Menschen, eine Gemeinschaftswohnung für Rollstuhlfahrer, sowie Pflegewohnungen im Rahmen des sozialen geförderten Wohnungsbaues entsprechend dem Konzept des Landessozialministeriums und in Zusammenarbeit mit der NRW-Bank entstehen sollten. Damit hätten auch sozial schwächere behinderte oder ältere Menschen, die Möglichkeit gehabt, in einem modernen Gebäude selbstbestimmt und umsorgt leben zu können. Den Entscheid über den zum Vorhaben eingereichten Bauvorbescheid hat die Gemeinde Roetgen mit rechtswidrigen Mitteln im Zusammenwirken mit dem Bauamt der Städteregion solange verzögert, bis sie einen Aufstellungsbeschluss über einen Bebauungsplan für die geplanten Bauflächen aufstellen konnte. Wie wir der Berichterstattung über die letzte Bauausschusssitzung entnehmen konnten, diente die Aufstellung dieses Bebauungsplanes ausschließlich der „Abwehr“ der Planung der Mehrgenerationenhäuser, ohne dass der Bauausschuss eigene konkrete Vorstellungen für die Bebauung der Flächen hat. Man spricht von „Einfamilienhäusern“ und „luftiger“ Bebauung.

Die Simmerather Unternehmerfamilie verwirklicht ihr Projekt daher nunmehr in Kaarst bei Düsseldorf und wurde dort von der Politik und der Verwaltung mit offenen Armen begrüßt. Damit geht es Roetgen genau so, wie es Simmerath in den letzten Jahren ergangen ist. Unternehmer aus der Eifel investieren ihr Geld dort, wo sie willkommen sind, und nicht dort, wo man ihnen Steine in den Weg legt. Bekanntlich sind die Investitionen in Immobilien in der Eifel deutlich zurückgegangen.

Angesichts dieser achtjährigen Historie mutet es schon merkwürdig an, wenn der Bürgermeister der Gemeinde Roetgen auf den Anruf der Unternehmerfamilie aus Simmerath wartet. Denkt die Gemeinde Roetgen tatsächlich, dass wir oder die von uns vertretenen Unternehmer sich an Planungen beteiligen, welche ohnehin nie umgesetzt werden? Wer will denn schon sein Einfamilienhaus im Schatten eines vierstöckigen Gebäudes mit 12 000 Kubikmetern beziehen? Die Gemeinde kann natürlich planen, umsetzen aber kann sie auf den Grundstücken nichts ohne den Grundstückseigentümer. Wenn also die Gemeinde möchte, dass die städtebauliche Wunde im Bereich der Faulenbruchstraße geschlossen werden soll, dann muss sie uns, bzw. der von uns vertretenen Unternehmerfamilie sinnvolle Vorschläge machen und nicht umgedreht. Sonst bleiben die Grundstücke verwahrlostes Brachland. Die Telefonnummer der Bonafide-Immobilien GmbH ist in der Eifel weithin bekannt, und gerne hören wir von der Gemeinde Roetgen und ihren Vorschlägen.

03.05.2018 / Eifeler Zeitung / Seite 21 / Lokales