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Die Radoffensive in Düren stockt

Tiefbauamt bezieht Stellung zu Ausbauanträgen der „Ampel“ und der CDU-Fraktion

Düren  Wie können mehr Dürener dazu bewegt werden, vom Auto aufs Rad umzusteigen? Diese Frage beschäftigt die Politik seit Monaten. Doch ganz so einfach scheint die Antwort nicht zu sein, wie aus zwei Stellungnahmen der Verwaltung auf Anträge der „Ampel“-Koalition und der CDU hervorgeht. Vor allem sind Maßnahmen nicht so schnell umsetzbar, wie es sich die Politik wünscht. Die von der „Ampel“ geforderte Einführung einer sogenannten Fahrradstraße mit Vorfahrt für Radler auf der Route „Violengasse-Franziskanerstraße-Hoeschplatz-Goethestraße-Am Stadtpark/Büngelerstraße“ mit Anschluss an den Rur-Radweg kann so erst einmal nicht realisiert werden. Denn Fahrradstraßen kommen nach Aussage des Tiefbauamtes nur in Frage, wenn der Radverkehr in diesen Straßen dominierend ist. Anderer Verkehr darf mit maximal 30 km/h nur ausnahmsweise zugelassen werden, beispielsweise Anliegerverkehr. Das Tiefbauamt empfiehlt daher, erste Erfahrungen nur auf der Goethestraße zu sammeln, in der 2021 Straßen- und Kanalbauarbeiten vorgesehen sind. Wo weitere Fahrradstraßen angelegt werden können, will die Verwaltung bei der Erarbeitung eines stadtweiten Konzepts für Rad-Vorrang-Routen prüfen.

Das von der CDU geforderte Sanierungskonzept für die vorhandenen Radwege kann kurzfristig nicht erstellt werden.

Dafür fehle es im Fachamt schlichtweg an Personal, heißt es. Daher würden mit den zur Verfügung stehenden Mitteln – für den Doppelhaushalt 2020/21 wurden jährlich 100.000 Euro beantragt – zunächst die bekannten Schäden saniert. 2021 will das Tiefbauamt an der Trierer-, Kreuzauer- und Derichsweilerstraße tätig werden. Mit Blick auf die CDU-Forderung, dort, wo es die Straßenbreite zulässt, neue Radwege neben der Fahrbahn zu bauen, macht die Verwaltung darauf aufmerksam, dass bei aufwändigen Umbauten nach derzeit geltender Rechtsanlage auch die Anwohner zur Kasse gebeten werden müssten. Das Tiefbauamt deutet an, dass „Protected-Bike-Lanes“, mit Pollern abgetrennte Streifen auf der Fahrbahn, deutlich kostengünstiger seien. Ein Pilotversuch soll bekanntlich auf der Veldener Straße gestartet werden.

Überall dort, wo es neben Radwegen auch Radfahrerschutzstreifen auf der Fahrbahn gibt, wieder eine Radwegebenutzungspflicht einzuführen und die geförderten Schutzstreifen zu entfernen, ist für die Verwaltung kein Thema. Ein entsprechender CDU-Antrag wird abgelehnt. Sie steigern laut Verwaltung die Aufmerksamkeit der Autofahrer und das Sicherheitsempfinden der Radler, die ja auch weiterhin auf den separaten Radwegen fahren könnten. (ja)

05.09.2019 / Dürener Zeitung / Seite 13 / DÜREN