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807 Befürworter eines neuen Spielplatzes für alle Altersklassen

Engagierte Mutter übergibt die mit Mitstreitern gesammelten Unterschriften an Bürgermeister Hermann Heuser, der Abhilfe in Aussicht stellt

Huchem-Stammeln Einen Monat lang haben Anja Schmitz und ihre Mitstreiter in Huchem-Stammeln Unterschriften gesammelt. Unterschriften, die Bürgermeister Hermann Heuser (SPD) zeigen sollen, wie groß der Wunsch der Huchem-Stammelner nach einem zentralen Spielplatz mit Geräten und Freizeitangeboten für alle Altersklassen ist. Zusammen gekommen sind 807 Befürworter.

„Ich habe ein unglaublich positives Feedback bekommen“, berichtete die 30-jährige Mutter von zwei Kleinkindern bei der offiziellen Übergabe der Listen an den Bürgermeister. Schmitz und ihr Ehemann Dennis sowie Nicole Müller, Yves Alder und Sonja Akbarian erläuterten im Gespräch mit Heuser noch einmal ihre Kritik an den bestehenden sieben Spielplätzen und ihre Vorstellung von einem gelungenen Spielplatz. Dazu zählen aus ihrer Sicht Geräte, die die Kinder zum längeren Spielen animieren, wie Rutschen in verschiedenen Größen, Herausforderungen beim Klettern und verschiedene Ebenen für kreatives Spielen und Erlernen von Bewegungen. Schmitz und ihren Mitstreitern schwebt zudem vor, dass ein angrenzender, gut einsehbarer Bolzplatz und ein Skatepark für Jugendliche geschaffen wird, um ein zentrales Angebot für verschiedene Altersklassen zu bieten, was zumindest über Tag auch zur sozialen Kontrolle beitrage. Denn Vandalismus ist ein großes Problem bei den bestehenden Spielplätzen. Grünflächen und Schatten spendende Bäume mit Bänken und Tischen, ähnlich wie im Park in Niederzier, die zum längeren Verweilen einladen, stehen ebenfalls auf der Wunschliste. Und der Standort eines solchen neuen Treffpunkts sollte fußläufig erreichbar sein. „Das würde der gesamten Gesellschaft helfen“, betonte Anja Schmitz. Denn der „Spielplatz“ solle zu einem Begegnungsort für Jung und Alt aus allen Bevölkerungsschichten werden.

Viele Wünsche, die Hermann Heuser wohlwollend zur Kenntnis nahm. Er begrüßte das bürgerschaftliche Engagement, verwies in diesem Zusammenhang auf den unterbrochenen ISEK-Prozess, der Mitte März mit einer neuen Auftaktveranstaltung fortgesetzt werden soll. Bis Juni sollen die Begehungen in den einzelnen Orten stattfinden. Zwar ist das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) keine zwingende Voraussetzung mehr, um Fördermittel zu erhalten, „aber es ist hilfreich“, erläuterte Heuser. Daher halte man in Niederzier daran fest. Er geht davon aus, dass Ende 2020, Anfang 2021 erste Fördermittel fließen können. „Ich sehe aber auch außerhalb der Förderung Möglichkeiten, da etwas zu tun.“ Der Gemeinderat soll ein Auge auf das Projekt haben. Der Bürgermeister lud die engagierten Eltern schon einmal dazu ein – wenn es so weit ist – bei der Auswahl der Spielgeräte beratend tätig zu werden. „Da sind Sie sicher die besten Experten.“ (dol)

20.02.2020 / Dürener Zeitung / Seite 15 / LOKALES