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Schnapszahlen und viel Humor

Otto und Maria Lennartz sind das neue Dürener Prinzenpaar. Der gelernte Feinmechaniker und die Kinderkrankenschwester freuen sich auf 150 Autritte in der kommenden Session.

Düren Dass Otto Lennartz eine echte Frohnatur ist, merkt man schnell. „Ich habe in meinem Leben viele Frauen glücklich gemacht“, sagt der gelernte Feinmechaniker, der mit seiner Frau als Prinzenpaar Otto I. und Maria I. in die Geschichte des Dürener Karnevals eingehen wird. „Ich habe später im Kundendienst für Hausgeräte gearbeitet. Was glauben Sie, wir froh die Frauen waren, wenn Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine wieder funktioniert haben?“

Eigentlich ist Maria Lennartz der karnevals-Jeck im Hause des Prinzenpaares. „Ich stamme aus Drove“, erzählt die Kinderkrankenschwester, die heute an der Louis-Braille-Schule arbeitet, „und dort habe ich schon in der Jugend als Mariechen getanzt.“ Vor 33 Jahren ist Maria Lennartz Mitglied der Dürener Prinzengarde geworden, hat dort ehrenamtlich als Tanztrainerin gearbeitet und in der Schautanzgruppe getanzt. „Als ich meinen Mann kennengelernt habe“, sagt sie und lacht, „habe ich ihm sofort gesagt, dass Karneval absolut zu meinem Leben gehört.“ Keine Frage also, dass Otto Lennartz kurz nachdem er sich in seine Maria verliebt hat, auch Mitglied der Prinzengarde geworden ist.

 Otto Lennartz hat 13 Geschwister und ist gebürtiger Schmidter. Dreimal war er Schützenkönig der dortigen Hubertus-Schützenbruderschaft und fühlt sich auch sonst dem Stadtteil von Nideggen sehr verbunden. „Trotzdem lebe ich jetzt seit vielen Jahren in Düren. Deswegen war mir von Anfang an klar, Karnevalsprinz der Rurstadt zu werden.“ Der Wunsch, einmal Narrenherrscher zu werden, stammt übrigens von Otto Lennartz. „So richtig intensiv habe ich diesen Wunsch seit fünf Jahren. Wir haben mit der Prinzengarde in den vergangenen Jahren schon so viele Prinzenpaare begleitet, dass ich dieses Erlebnis auch einmal mit meiner Frau haben möchte. Es gefällt mir einfach unglaublich gut, mit vielen Menschen zu feiern und Spaß zu haben.“ Dass Ehefrau Maria nicht lange überredet werden musste, versteht sich von selbst. „Ich habe sofort Ja gesagt“, betont Maria Lennartz. „Und ich freue mich wahnsinnig auf die Zeit.“ Rund 150 Auftritte hat das Ehepaar Lennartz bis Aschermittwoch, neben der Proklamation gestern Abend, der Eröffnung des Straßenkarnevals am Montag und dem großen Umzug am Orchideensonntag, freuen sich die beiden bereits jetzt auf einen Termin ganz besonders. „Es steht schon fest“, sagt Maria Lennartz, „dass wir an Weiberfastnacht vor dem Auftritt auf dem Marktplatz zur Karnevalsfeier in die Louis-Braille-Schule fahren.“ Ihre Kollegen, aber vor allem aber die Schüler würden sie sehr stark unterstützen.

Ehrensache

„Es gefällt mir einfach unglaublich gut, mit vielen Menschen zu feiern und Spaß zu haben.“

Otto Lennartz (66), seit gestern Karnevalsprinz der Stadt Düren

„Die Kinder, die ja mit einer oder mehreren Behinderungen leben, sind wahnsinnig aufgeregt, weil ich Karnevalsprinzessin werde“, erzählt Maria Lennartz. „Für uns ist das Ehrensache, dass wir an Weiberfastnacht in die Schule gehen.“ Sicherlich werde dieser Auftritt besonders emotional, ergänzt Ehemann Otto Lennartz. „Die blinden Kinder und Jugendlichen werden sicherlich wissen wollen, wie sich ein Karnevalsprinz anfühlt. Das wird für mich ein ganz besonderes Erlebnis.“ Bis dahin hat das Ehepaar Lennartz aber natürlich noch ein bisschen Zeit. Übrigens haben die beiden sympathischen Narrenherrscher schon jetzt die Garantie, dass ihre Session gut und vor allen Dingen so richtig jeck wird. Otto Lennatz ist am 6.6. geboren, er ist 66 Jahre alt und seit 22 Jahre Mitglied der Prinzengarde. „Bei so vielen tollen Schnapszahlen“, sagt er und grinst, „kann doch nun wirklich nichts mehr schiefgehen.“

09.11.2019 / Dürener Nachrichten / Seite 17 / LOKALES