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Die Fastenzeit fängt beim Auto an

Mit einer Kampagne will die Stadt auch Grundschulkinder zu größerer Selbstständigkeit bringen. Viertklässler auf der Hörn dokumentieren eingesparte Kilometer.

Aachen Der tägliche Weg zur Schule und zurück kann für Kinder auf unterschiedliche Weisen erfolgen: zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus oder auch mit dem Auto der Eltern. Letzteres kann besonders morgens und nachmittags zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen im Umfeld der Schulen führen. Der Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen der Stadt Aachen hat im Jahr 2008 die Kampagne „FahrRad in Aachen“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, dass mehr und mehr Jungen und Mädchen den Schulweg eigenständig zurücklegen.

Wochentage markieren

An diesem Morgen hat Dr. Stephanie Küpper, Projektleiterin von „FahrRad in Aachen“, den Viertklässlern der KGS Auf der Hörn deshalb ein großes Plakat mitgebracht. Darauf steht die Frage „Wie bist Du heute zur Schule gekommen?“, darunter sind die Namen der Schüler aufgelistet. Mit einem Stempel können sie dann für jeden Wochentag markieren, ob sie mit dem Auto, dem Bus, dem Fahrrad, dem Roller oder zu Fuß angereist sind.

Die Stempelaktion ist ein Baustein des Konzeptes „Sicher zur Schule und sicher zurück“, für das „FahrRad in Aachen“ verantwortlich zeichnet. „Die Kinder sollen dadurch selbstständiger werden und lernen, welchen Einfluss ihr Mobilitätsverhalten auf die Umwelt hat“, erläutert Küpper. Zusätzlich zur Stempelaktion wurde vor der KGS Auf der Hörn der Bereich der Ahornstraße zwischen Halifaxstraße und Auf der Hörn zur sogenannten „Grünen Zone“ erklärt. Hier soll künftig kein Hol- und Bringverkehr mehr mit Autos stattfinden. Stattdessen werden perspektivisch im Umfeld der Grundschule zwei „Elternhaltestellen“ eingerichtet, von denen aus der restliche Schulweg zu Fuß zurückgelegt wird.

Diözesanrat mit dabei

Mit im Boot ist auch der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen mit seiner Aktion „Autofasten“. Dabei wird in der Fastenzeit bis 9. April dazu aufgerufen, vermehrt auf das Auto zu verzichten und alternative Verkehrsmittel für die Strecken des Alltags zu nutzen. Teilnehmer können sich auf der Webseite www.autofasten-im-bistum-aachen.de anmelden und die durch das Fasten eingesparten Autokilometer dort dokumentieren. Auch die Stempelaktion an der KGS Auf der Hörn wurde daher bewusst in die Fastenzeit gelegt.

In diesem Jahr nehmen laut „FahrRad in Aachen“ 21 Grundschulen mit etwa 4300 Kindern an der Stempelaktion teil. Zu gewinnen gibt es auch etwas: An zwei der teilnehmenden Schulen werden Radaktionstage mit Fahrrad-Parcours und Sicherheitstraining verlost, gesponsert vom Diözesanrat. Und die Eltern?

Auch die werden in die Mobilitätsprojekte mit ihren Ideen eingebunden, wie Stephanie Erggelet, Schulleiterin der KGS Auf der Hörn, erklärt. „Man muss an beiden Enden ansetzen, am Kinder-Ende und am Eltern-Ende“, betont sie. Die Elternschaft ihrer Grundschule sei von den Aktionen begeistert. Außerdem könnten durch die Stempelaktion und die „Grüne Zone“ auch die Schulkinder ihre Eltern gewissermaßen „erziehen“. Auch das sei wichtig, damit die Jungen und Mädchen mehr Eigenverantwortlichkeit entwickeln, so Erggelet.

27.02.2020 / Aachener Zeitung - Stadt / Seite 18 / LOKALES