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Neues Leben in St. Lambertus

Die A-Cappella-Gruppe „Stimmt so!“ gibt ein Konzert in Morschenich-Alt und verzichtet dabei gänzlich auf Instrumente. Die Bürger sind die Ehrengäste an diesem Abend.

Morschenich „Wir lassen heute die Kirche im Dorf!“ Mit der A-cappella-Gruppe „Stimmt So!“ wurde am Samstagabend die Wiedergeburtsstunde der St.-Lambertus-Kirche in Morschenich-Alt eingeläutet. Sieben talentierte Sängerinnen und Sänger nahmen zahlreiche Gäste mit auf eine musikalische Rundreise, bei der auf Instrumente gänzlich verzichtet wurde.

Nach mehr als acht Monaten kehrt wieder Leben in die verloren geglaubte Kirche St. Lambertus ein. Auf die Entweihung im Juni 2019 folgte Anfang des Jahres die Nachricht, dass neben dem Hambacher Forst und dem Merzenicher Erbwald auch Morschenich-Alt nicht für bergbauliche Zwecke in Anspruch genommen wird.

Somit wurde der Erhalt der Kirche beschlossen, die von den Morschenichern nach ihrer fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, eigenhändig wiederaufgebaut worden war.

Nun fand die Premiere für ihre geplante neue Funktion als Kulturstätte statt. „Es soll keine Einzelveranstaltung sein“, machte Bürgermeister Georg Gelhausen zu Beginn klar und wandte sich anschließend an die Dorfbewohner: „Liebe Morschenicher – sie sind die Ehrengäste des heutigen Abends.“ Dankende Worte fand er auch für die Kirche und RWE, die der Verwendung zugestimmt hatten.

Was folgte, war ein beschwingter, unterhaltsamer Auftritt der Kreuzauer Gruppe „Stimmt So!“. Unter dem Motto „Abendstund hat Gold im Mund“ präsentierten vier Damen und drei Herren feinste A-cappella-Musik, deren Genre von Pop über Rock bis hin zu Schlager reichte. Sowohl deutschsprachige, als auch englische Titel setzen die Sänger mit klaren, kräftigen Stimmen gänzlich ohne Instrumente um und ernteten dafür reichlich Applaus, Pfiffe und Zurufe.

Während die Frauen meist die hohen Passagen übernahmen, waren die Männer für den tieftönigen Teil zuständig. Kanonisch, in verschiedenen Tonlagen und perfekt akzentuiert – schon nach wenigen Minuten blendeten die Gäste das vermeintliche Fehlen von Instrumenten aus.

Ob „Satellite“ von Lena, „Don‘t Stop Me Now“ von Queen oder gar Rammsteins „Engel“ – die Gruppe begeisterte mit harmonischem Zusammenspiel und ihrem sympathischen Auftreten.

Schlagzeug, Bass und Gitarre wurden ersetzt durch Beatbox-Elemente oder gesummte Melodien. Sogar ein Saxofon wurde gekonnt mit der Stimme imitiert. Somit erschufen die sieben Stimmakrobaten ein vollwertiges Klangbild. Einziges technisches Hilfsmittel war die Aufnahmefunktion des Keyboards, mit deren Hilfe eingesungene Passagen aufgezeichnet wurden, um sie im Anschluss als Schleife abzuspielen.

Mit vollem Körpereinsatz bescherte „Stimmt So!“ den Gästen, die begeistert mitschnipsten und mitklatschten, einen kurzweiligen Abend. Geht der Plan der Stadtverwaltung auf, war dies nur der Anfang einer neuen Ära für die Kirche St. Lambertus. (nie)

10.03.2020 / Dürener Zeitung / Seite 18 / LOKALES