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Im Sommer soll die Einweihung sein

Der Rohbau samt Fenstern steht: Richtfest für den Erweiterungsbau der Maria-Sibylla-Merian-Gesamtschule

Herzogenrath Zufriedenheit und Vorfreude sind als Stichworte für das kleine, aber würdige Richtfest für den Erweiterungsbau der Maria-Sibylla-Merian-Gesamtschule an der Casinostraße in Kohlscheid zu notieren. Im September erst hatte es den ersten Spatenstich gegeben. Jetzt steht bereits der Rohbau des L-förmigen Komplexes, „zu dem bei uns ja immer auch die Fenster gehören“, wie Diplom-Ingenieur Ralf Linde, Geschäftsbereichsleiter beim Totalübernehmer Goldbeck, in seiner Ansprache herausstellte. 600 Fertigteile, 300 Deckenplatten, 250 Wandelemente, fast 1000 Tonnen Beton und fast 400 Tonnen Bewehrungsstahl sind verbaut worden, nachdem – ebenfalls in kürzester Zeit – das Streifenfundament gegossen war.

Sechs Monteure und ein Kran

Den rechtzeitigen Baustart und die gute Zusammenarbeit mit der Stadt auf kurzen Entscheidungswegen, die letztlich auf alle Beteiligten abgestrahlt habe, führte Linde als wesentliche Faktoren dafür an, dass man den ehrgeizigen Terminplan so gut habe einhalten können. Gerade einmal sechs Monteure und ein massiver Kran hätten den Rohbau in gut acht Wochen auf die Beine gestellt. Der besteht aus Systemelementen, die im Wesentlichen von Goldbeck in eigenen Werken in Bielefeld, Treuen, Ulm und Hamm, in Kutná Hora und Tovačov (beide Tschechien) sowie in Tosun, Rakowice und Lodz (alles Polen) hergestellt werden. Passgenau. Wie Lego-Steine werden sie dann zusammengesetzt. 7,50x3,50 Meter groß sind die Außenwandelemente, die mit Alufensterrahmen samt Scheiben und Sonnenblenden, geliefert werden. Nur rund zehn Wände in dem ganzen Baukomplex wurden konventionell gegossen. Türen und Sonderfenster werden separat eingesetzt.

Zeitliche und bauliche Perfektion, wie sie auch bei der Verwaltungsspitze ankommt. „Was versprochen wurde, ist eingehalten worden“, goutierte der Erste Beigeordnete Hubert Philippengracht. Zwölf Millionen Euro umfasse die Gesamtbaumaßnahme, rechnete er vor, von denen 2,7 Millionen Euro aus einem Förderpaket für kommunale Investitionen und zwei Millionen Euro aus dem Topf „Gute Schule“ der NRW-Bank getragen würden. In acht Monaten, so seine berechtigte Hoffnung, wolle man im größeren und festlichen Rahmen die Einweihung des Schulbaus feiern.

Eine schöne Eröffnungsfeier hat auch Thorsten Schlebusch (CDU) vor Augen, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Sport und Kultur (BSK). Er erinnerte an den Beschluss des Gremiums, die zunächst an zwei Standorten an den Start gegangene Gesamtschule II letztlich doch zu einer Einheit zu vereinen. Wie Philippengracht dankte auch er allen am Projekt Beteiligten.

„Ein Meilenstein“

Gesamtschuldirektorin Barbara Onkels richtete ihr Augenmerk indes auf die Emotionen, mit denen Schulgebäude im Allgemeinen verbunden sind, die Zukunftsvisionen derer, die in ihnen fürs Leben lernen, ihre Erfolge und eben auch Misserfolge. Sie ließ die Erinnerungen der versammelten Vertreter aus Politik und Verwaltung zurückschweifen in die eigene Schulzeit: an den Geruch von Bohnerwachs, den die früheren Holzböden verströmten, den ersten Kuss, die erste Zigarette auf dem Schulklo. Das Kreidekratzen auf der Tafel werde bald wohl gänzlich passé sein. Heute gehören digitale Whiteboards zum Standard. Ein Meilenstein sei das neue Schulgebäude, freute sich Onkels abschließend, gespannt darauf, was für Geschichten es einmal aus seinen Mauern zu erzählen gibt.

Fehlte noch der Richtspruch, der bei Goldbeck ebenfalls formvollendet erfolgt: Markus Skibbe, Bauleiter und Polier, erkletterte dazu mit einem randvollen Glas Wein das Gerüst des neuen Verbindungsbaus, um neben dem bunten Richtkranz „mit dem guten Saft der Reben“ auf das Wohl aller am Bau Beteiligten zu trinken. Abschließend bat er: „Gott schütze dieses neue Haus und all’, die darin gehen ein und aus. Glas zerschelle nun im Grunde, geweiht sei dieses Haus zur Stunde.“

25.01.2020 / Aachener Zeitung - Nordkreis / Seite 18 / LOKALES