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Ökologie und soziale Verantwortung

Die „Klimasynode von unten“ in der Marienkirche fordert ein neues kirchliches Bewusstsein. Gemeinsame Erklärung.

Düren Zur „Klimasynode von unten“ im Rheinischen Braunkohlerevier haben am Wochenende sich drei Tage lang rund 80 engagierte Christen, Aktive aus der Klimabewegung und Interessierte getroffen und die Themen Ökologie und soziale Verantwortung diskutiert. Auf dem Programm standen neben mehreren sehr vielfältig besetzten Gesprächsrunden in der Dürener Marienkirche auch Exkursionen in die zum Teil bereits abgerissenen Tagebau-Umsiedlungsdörfer und in den Hambacher Forst. Anlass war die Amazonassynode der katholischen Bischöfe in Rom. Abschluss der „Klimasynode von unten“ war eine am Sonntag verfasste gemeinsame Erklärung, die nun nach Rom und damit an die Weltkirche geschickt wird.

Parallelen zum Amazonas

 „Was im Amazonas geschieht, erleben wir auch hier im Rheinischen Braunkohlerevier: Dörfer werden abgerissen und ihre Bewohner zur Umsiedlung gezwungen, riesige Waldgebiete gerodet, Kulturgüter und wertvolle Ackerböden vernichtet, und durch Grundwasserabsenkungen entstehen massive Folgeschäden“, heißt es in der gestern nach intensiver Diskussion verabschiedeten Erklärung. Die globalen Auswirkungen der Klimakatastrophe „zeigen sich immer gravierender“, die Umweltzerstörung „durch Profitinteressen“ und ein „schonungsloser Ressourcenverbrauch“ würden den gemeinsamen Lebensraum gefährden. Zu den Folgen der Klimakatastrophe zähle auch die Gefahr von Kriegen um „Ressourcen, Wasser und Mineralien“.

Der Appell der „Klimasynode von unten“: „Menschen, Natur und Kultur dürfen nicht länger der Effizienz-, Verwertungs- und Wachstumslogik geopfert werden. Wir brauchen eine neue Wirtschaftsweise jenseits des zerstörerischen, unter Wachstumszwang stehenden Kapitalismus, um den Klimawandel zu stoppen. Wir brauchen Menschen, die sich dafür bereits heute in Bewegung setzen, um deutlich zu machen, dass Alternativen notwendig und möglich sind“, formulierten die Teilnehmer eine Aufforderung, sich deutlicher mit den in der Klimabewegung aktiven Menschen zu solidarisieren und ein neues kirchliches Bewusstsein für die Dringlichkeit ökologischer und sozialer Fragen zu entwickeln.

Veranstaltet wurde die Klimasynode vom Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen, der Initiative Buirer für Buir, dem Institut für Theologie und Politik aus Münster und dem Katholikenrat Düren sowie einer Vielzahl weiterer Kooperationspartner aus der Region. „Auch in unserer Region sind Christen mitten in den Konflikten und Auseinandersetzungen und fragen sich, wie eine klare Positionierung der Kirche zum Schutz der Schöpfung angesichts des Braunkohleabbaus entwickelt werden kann. Hierfür soll die Klimasynode ein Ort sein“, erklärte Irene Mörsch, Vorsitzende des Katholikenrates Düren. „Der Wandel muss vor Ort angestoßen und begonnen werden. Es muss uns gelingen, Mitstreiter in allen Bevölkerungsgruppen zu finden“, fügte Gudrun Zentis vom Katholikenrat hinzu. (sj)

21.10.2019 / Dürener Nachrichten / Seite 17 / LOKALES