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Kein Ausweg aus der Radfahrer-Sackgasse in Sicht

Versäumnis bei der Planung der Ostumgehung ist laut Heiner Wingels (Stadt Düren) nachträglich kaum zu korrigieren

Düren Die Situation ist unbefriedigend. Das räumt Heiner Wingels, Leiter des auch für Straßen und Radwege zuständigen Tiefbauamtes der Stadt, ein. Dass beim Bau der Ostumgehung (B56n) die Radroute Düren-Girbelsrath durchtrennt wurde, ist aber wohl kaum noch zu reparieren.

Die Initiative ProRad hatte den Missstand, der dazu führt, dass Radfahrer große Umwege in Kauf nehmen müssen, in den vergangenen Monaten immer wieder kritisiert. Zuletzt hatte der Kreuzauer Rob Maris mit einem mehrtägigen Sitzstreik an der B56n für eine kreuzungsfreie Querung für Radfahrer und Fußgänger demonstriert. Maris kritisiert, dass einer der nun notwendigen Umwege über die große Straßenkreuzung mit der B264 führe, bei der der Radverkehr praktisch nicht berücksichtigt worden sei.

Wingels betonte im Verkehrs- und Bauausschuss, dass die Stadt die Unterbrechung des Radweges schon im Planfeststellungsverfahren der Ostumgehung Mitte der 2000er Jahre moniert hatte. Damals aber habe es keine Lösung gegeben, vielleicht auch, weil der Radverkehr vor 15 Jahren noch nicht einen so hohen Stellenwert hatte.

Keine echten Alternativen

Die Situation nachträglich zu korrigieren, wie es ProRad gefordert hatte, sei praktisch unmöglich. Wingels verwies darauf, dass der Bau einer Unterführung unter der B56n und der angrenzenden Bördebahnstrecke nicht nur einen langen Tunnel zur Folge hätte, der mangels sozialer Kontrolle zu einem Angstraum würde, dafür müsste auch die so lang ersehnte Umgehungsstraße wieder ein Jahr gesperrt werden. Und eine Brücke über Straße und Bahn müsste fünf Meter hoch sein und mit weit ausufernden Rampen versehen werden, die die städtischen Möglichkeiten bei der Entwicklung des Gewerbegebietes „Im Rossfeld“ einschränken würden. Von den immensen Kosten beider Maßnahmen einmal ganz abgesehen.

Wingels sagte aber zu, dass die Stadt bei künftigen Straßenbauprojekten, zum Beispiel den derzeit laufenden Planungen zur Dürener Nord-
umgehung (B399n), die Interessen der Radfahrer stärker im Auge behalten werde. Allerdings machte er auch klar, dass Umgehungsstraßen ja gerade dafür gebaut würden, um Verkehr aus der Stadt rauszuhalten, so dass in der Stadt Freiraum auch für Radfahrer entstehen kann.

Seitens der CDU wies Fraktionschef Stefan Weschke zudem darauf hin, dass der bisher als Radweg genutzte Wirtschaftweg in der Verlängerung der Girbelsrather Straße ohnehin wegfallen soll, um der Stadt Manövriermasse bei den anstehenden Grundstücksverhandlungen im künftigen Gewerbegebiet zu geben.

28.02.2020 / Dürener Nachrichten / Seite 13 / DÜREN