Lesen. Suchen. Sammeln

China geht im Handelsstreit auf die USA zu

Peking/Washington. China bemüht sich weiter intensiv um eine Lösung im Handelsstreit mit den USA. Peking habe angeboten, zusätzliche US-Güter wie Sojabohnen, Rohöl und Kohle im Umfang von fast 70 Milliarden Dollar (rund
59 Milliarden Euro) zu kaufen, wenn die USA im Gegenzug angedrohte Strafzölle auf chinesische Güter im Wert von 50 Milliarden Dollar fallen lassen, hieß es in US-Regierungskreisen.

Damit bestätigte Washington einen Bericht des „Wall Street Journal“, wonach ein Vorschlag zu zusätzlichen Importen am Wochenende bei Handelsgesprächen zwischen chinesischen Vertretern und einer US-Delegation Peking auf den Tisch kam. Aus dem US-Handelsministerium hieß es dazu, noch gebe es „kein endgültiges Abkommen“.

Derweil haben die USA Zweifel daran aufkommen lassen, ob sie sich im Zollstreit an Entscheidungen der Welthandelsorganisation (WTO) halten würden. „Multilaterale internationale Organisationen werden nicht die amerikanische Politik bestimmen“, sagte der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, gestern bei einer Pressekonferenz in Washington auf die Frage, ob die USA die Entscheidungen der WTO respektieren würden.

„Ich glaube, dass der Präsident dazu sehr deutlich war“, sagte Kudlow. „Die USA sind, wie der Präsident wiederholt gesagt hat, mehr an nationale Interessen gebunden als an alles andere.“ (afp)

08.06.2018 / Aachener Nachrichten - Stadt / Seite 6 / Wirtschaft